Hoffentlich ist die wirklich letzte Tinte nun auch trocken. Ein Lob der “Zeit”, die sich einfach weigerte, die “Gedicht” genannte wirre Buchstabenfolge von WaffenGG zu drucken. Auch als Nicht-Germanist kann man sie nur als literarisch wenig wertvoll  und intellektuell armselig betrachten. Trotzdem geht die Weltöffentlichkeit dem Mann auf dem Leim, der offensichtlich mit wenig Altersweisheit in einem Zustand zwischen Altersstarrsinn und Demenz zu lavieren scheint, will man zu seinen Gunsten annehmen.

Grass war schon immer bekannt für zweierlei Maß. Er war unter jenen Intellektuellen, die gegen den Besuch des amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan auf einem deutschen Soldatenfriedhof zu Felde zogen, weil dort Angehörige der “Waffen-SS” begraben lagen. Dabei hatte er am eigenen Leibe gespürt, dass man ehe man sich versah als gewöhnlicher Wehrpflichtiger auch dieser Truppe zugeteilt werden konnte. Er wollte auch halb Deutschland – nämlich den Osten – in Geiselhaft für Ausschwitz nehmen, während er selbst als Danziger Immigrant im heimischen Lübeck die Segnungen von Freiheit und Kapitalismus an seinem Speichelkocher ziehend wohlig genoss.

Nicht dass er bei Hitlers Elite-Truppe diente, hängt ihm als Makel an sondern dass er es verschwieg und jahrzehntelang als moralische Monstranz der Nation dienen wollte und sich als Richter über andere aufschwang.

Man sollte sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen. WaffenGG nimmt offen für ein Regime Partei, dass seine eigene Jugend vor gerade mal drei Jahren von mordenden und brandschatzenden Horden durch die Straßen jagen, totprügeln und erschießen ließ, Menschen wegen ihrer Konfession, ihrer sexuellen Neigung oder ihrer Meinung aufknüpfen lässt und sich nur im eigenen Lande an der Macht halten kann, weil es Angst, Terror und Schrecken verbreitet. Alles andere ist schon gesagt.

Seine moralischer Rigorismus erscheint so im Rückblick bloß als eitle Selbstgefälligkeit eines Mannes mit bescheidenem Intellekt, der diesen Mangel mit ausreichender Eitelkeit ausgleicht.  Seine größte Strafe wäre es, seine antisemitischen Haßtiraden unveröffentlicht und totgeschwiegen zu sehen. Ich will von ihm nichts mehr hören bis zum wohl formulierten Nachruf, der uns nicht erspart bleiben wird. Aber davon kriegt er dann nach einem noch langem Leben, das ich ihm wünsche, wenigstens nichts mit.