Leider werden Sie als ungeschätzter Kommentator dieses Blogs keine Möglichkeit mehr haben, Ihre Beleidungen und obskuren Gedanken an dieser Stelle abzusondern. Wir haben auch das wohl in der Kalkulation einer etwaigen Sperre ihres Gedankengutes auf dieser Seite vorsichtshalber angelegte Zweit-Account mit den passenden Schreibweisen und IP-Adresse gesperrt, mit dem Sie heute morgen ein letztes Mal gezuckt haben. Wer unser Vorgehen als Untermenierung der Meinungsfreiheit begreift oder gar von mangelndem Liberalismus schwafelt, dem sei gesagt, dass an Kommentatoren hier Mindestansprüche angelegt werden, die sich weniger auf ihre Meinung beziehen, wenn sie die nicht unbedingt mit einer Ansammlung von Rassismus und anderen Voruerteilen vermengt. 

Der Titel dieses Blogs verweist nicht zufällig auf Sir Karl Popper, dessem wissenschaftstheoretischem Ansatz wir uns verpflichtet fühlen: Dem Falsifikationskriterium: Eine Hypothese ist so zu formulieren, dass sie falsch sein kann.

Deshalb steht sie auch für sich. Jedem Kommentator steht es frei, sich an ihrer Widerlegung zu beteiligen und seine abweichende Meinung hier kund zu tun. Dabei bitten wir unter den Diskutanten um ein Minimum an Respekt auch wenn wir Freunde der Gesellschaft für deutliche Aussprache sind. Nicht jedes Wort und jeder Kommentar muss auf die Goldwaage gelegt werden.

Leider gibt es gelegentlich Menschen wie “Moshe Teitelbaum”, der als Pseudonym den Namen eines Rabbiners nutzt, der Ausschwitz und Theresienstadt überlebte. Der echte Teitelbaum verweist auf die “drei Schwüre”, die König Salomon den Töchtern Zions im Hohelied auferlegte:

dass das jüdische Volk nicht als Gruppe unter Anwendung von Macht und Gewalt ins Heilige Land ziehen, nicht gegen die Regierungen ihrer Gastländer rebellieren und nicht durch ihre Sünden das Kommen des Messias verzögern darf.

Teitelbaums Ablehnung des Staates Israel ging soweit, dass er nicht einmal die Klagemauer besuchen wollte, weil sie von den IDF befreit worden war.

Unser Kommentator erhielt trotz Pseudonym und damit deklarierter Geisteshaltung die Freigabe und durfte fortan hier fröhlich seine Sicht der Dinge publizieren. Wer um die Kraft des Arguments weiß, braucht die andere Meinung nicht zu fürchten.

Leider stellt sich bei gewissen Kommentatoren das gegenteilige Gefühl ein. Ihre Äußerungen hinterlassen weder bei den Autoren noch bei der Leserschaft den vermuteten Effekt. Nach gewissen Ungenauigkeiten in der Argumentation erfolgt irgendwann die rein normative Abwertung eines Kommentars und schließlich der Übergang auf die persönliche Ebene, die stets in Beschimpfungen und Beleidigungen endet.

Dieses Blog ist ein liberales Schaufenster in einen öffentlichen Raum. Für die Dekoration bleiben die Autoren zuständig. Wer sich nicht entsprechend unserer Maßstäbe benimmt, muss sich eine andere Spielwiese suchen. Das Web ist groß genug. Mit mangelndem Liberalismus hat das nichts zu tun.

Nachdem der wahre Moshe Teitelbaum bereits 2006 das Zeitliche segnete, ist es nun auch für den virtuellen die Stunde gekommen, sich zumindestens von diesem Blog zu verabschieden.