Das gute daran, dass Bsirske solange VerDi-Vorsitzender ist, ist, dass es er es bis zur Rente nicht mehr weit hat. Der Mann will Verteilungspolitik mit dem Tarifvertrag machen und fordert unablässig mehr Geld für den öffentlichen Dienst. Weil der im Rahmen der “Daseinsvorsorge” (erfunden von den Nazis) in staatlichen Versorgungsmonopolen aller Art arbeitet, kann VerDi mit einem gegen die Friedenspflicht verstoßenden Warnstreik kurzerhand die Republik in Teilen oder ganz stilllegen.

Auch für die Tarifautonomie gibt es Regeln: Eine heißt, dass man nicht einfach mal so  streiken darf. Das nennt sich Friedenspflicht: Erst müssen Tarifhandlungen “gescheitert” sein und die Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder, die vertreten werden, muss in einer Urabstimmung für den Streik stimmen. Streiks aus politischen Gründen sind ganz verboten.

Warnstreiks sind eigentlich nicht erlaubt. Trotzdem wird es toleriert, wenn die Metaller bei Porsche während der Tarifverhandlung mal eine halbe Stunde das Band stehen lassen. Das Kennzeichen eines Warnstreiks ist, dass er “kurz” sein muss.

Wenn VerDi aber eine Woche lang jeden Tag ein anderes Bundesland stilllegt, ist das definitiv kein Warnstreik mehr. Und deshalb auch nicht verboten. Die Arbeitgeber wären gut beraten, die Arbeitsgerichte dazu zu befragen, um dererlei zu unterbinden.

Hinzu kommt das Kriterium der Verhältnismässigkeit. Zwar hat der öffentliche Dienst ein paar hunderttausend Beschäftigte mehr wie etwa auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens arbeiten. Aber die sind in staatlichen Stellen tätig, die dem Gemeinwohl oder der von den Nazis erfundenen “Daseinsvorsorge” dienen. Sie sitzen in den subventionierten Monopolen des “öffentlichen Personennahverkehrs” und sind Lehrer in den Schulen, zu deren Besuch unsere Kinder bis zur 10. Klasse verpflichtet sind.

Deshalb gibt es nur eine Alternative: Monopole auflösen, den Staat reduzieren und Wettbewerb installieren, wo immer es geht. Und bis Bsirke pensioniert ist, bleibt es bei der Rente mit 65.