Schlechte Nachrichten für Freunde des fehlenden Geschmacks: Bionade ist nicht mehr. Die SZ veröffentlichte vor einigen Tagen einen emotionalen Nachruf auf die Öko-Limo, die in den Nullerjahren in keiner Jutetasche fehlen durfte.

Das ist die Geschichte der Bionade. Und es ist die Geschichte von Peter Kowalsky. Nun geht diese Geschichte jäh zu Ende.

Was war passiert? EHEC im Bio-Holunder? Kinderarbeit beim Ingwerlieferanten? Gentechnisch veränderte Litschis unterm Öko-Label? Weit gefehlt. Die Unternehmensgründer, die schon vor Jahren Radeberger ins Boot geholt hatten um die wachsenden Nachfrage zu bedienen, haben ihre restlichen Anteile an den Oetker-Konzern verkauft. Deswegen ist der  getränkgewordene  grüne Zeitgeist, „nun endgültig das Produkt eines Konzerns“ und somit eine „Flasche ohne Botschaft“, schimpft die ZEIT und die TAZ titelt „Flasche leer“.

Skeptiker haben es immer schon geahnt: Die Bio-Hipster konsumierten das fade Kultgetränk vor allem deshalb, weil es als bodenständige „Volksbrause“ vermarktet und als vermeintlich ökologische Alternative gegen  „führende US-Getränkehersteller“ in Stellung gebrachte wurde, und nicht weil irgendwer die weitgehend geschmacksfreie Brühe wirklich gerne trank. Bionade verkörperte das reaktionäre Lebensgefühl piefiger Ökoromantiker, die lieber eine kitschige  Illusion von heimeligen Kleinbetrieben und treudeutscher Biodynamik kaufen, als ausländische Produkte aus moderner Massenproduktion. Und bei dieser Zielgruppe, die irgendwo zwischen prenzelbergischen Grünen-Wählern und mecklenburgischen Dorfskins liegt, kommen „Konzerne“ nun mal gar nicht gut an.

Besonders enttäuscht sind die Bionadisten übrigens darüber, dass die Unternehmensgründer mit dem Verkauf ihrer Anteile Geld verdient haben. Die einstigen Helden aller nachhaltig verblödeten Antikapitalisten zwischen Schanzenviertel und Kreuzberg haben sich mit dieser unerhörten Tatsache ziemlich unbeliebt gemacht:

Ein musterbeispiel für den raubtier kapitalismus.
Warum sie nicht gleich 99% anteil verkauft anstatt “51”%
Lächerlich wer glaubt das nur mit dem 1% mehr noch gerechtigkeit herrscht wenn man mit dem teufel packtiert.

Ich bleib dabei, Die Familie Kowalsky hat einen riesen Schnitt gemacht. Offensichtlich führten Großmannssüchte alle Fam. Scheffler, zur Abnahme der Anteile durch den Geheimkonzern Dr. Oetker.
Die Frage muss erlaubt sein. Wieso reichten der Fam. Kowalsky nicht ein paar Millionen im Jahr?

Gewinne von Jährlich zwischen 10.000.000 – 40.000.000 €. Aber das war der armen Familie Kowalsky zu wenig, es musste mehr werden. Diese Gier nach Mehr ist gescheitert. Fam. Kowalsky hat noch einen ordentlichen Millionenbetrag für die Restanteile bekommen.

Kowalsky ist ein Verkäufer, kein Unternehmer
wahrscheinlich hat die Familie Muffensausen bekommen angesichts dessen, was mit Schlecker diese Tage geschehen ist
dann macht man lieber Kasse, als Verantwortung zu tragen

Der naive Gründer der Marke ist voll auf das Gerede der Markt-Manager hereingefallen und hat sich wie so viele andere auch von den $s am Horizont blenden lassen.

Statt ob des schlimmen Marktes zu hyperventilieren sollten sich die ökologisch korrekten Neidhammel lieber eine Club Mate oder eine Afri Cola gönnen. Und keine Sorge: Der nächste flüssige Szenehype kommt bestimmt, denn wo  Nachfrage ist, da sorgt der böse Kapitalismus  früher oder später für ein Angebot.