Viviane Cismaks neuester Hartz IV Report aus den Armutsgebieten Berlins ist erschütternd. Berichtet er doch über wahre Abgründe. Nämlich über all jene Schüler, deren Eltern kein “Hartz IV” beziehen. Und die mit ihrem hart erarbeiteten Lohn das Mathematik-Buch kaufen müssen, das dem Kind der Hartz IV-Empfänger vom Job-Center bezahlt wird. Auch über die Bezahlung der im  Fach Biologie verpflichtenden Kursfahrt für immerhin 60 Euro macht in Kreuzberg, Neukölln und im Wedding den Kindern von Dauerarbeitslosen keine Sorgen. Auch da reicht ein bloßer Antrag vom Amt.

Als Vater einer Tochter in der gymnasialen Oberstufe kann ich davon berichten: Schule ist teuer. Dass das Referat und die Projektarbeit selbstverständlich mit Powerpoint am heimischen PC hergestellt und ausgedruckt werden muss, ist im Schulalltag keine Frage.

In diesem Halbjahr sind bereits zwei Kursfahrten geplant, eine davon geht zur Costa Brava und kostet 300,00 €. Auch an unserem Gymnasium ist der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund besonders hoch und ich kenne viele Eltern, die sich krumlegen müssen, damit ihre Kinder mit dabei sind.

Cismaks Schilderung – die junge Dame hat extra ein Buch dazu geschrieben – zeitg vor allem eins: In unserer Bildungs- und Sozialpolitik werden die Anreize falsch gesetzt. Es lohnt sich in einem solchen Umfeld spürbar nicht, als Kellnerin oder Taxifahrer sein Brot sauer zu verdienen. Das muss sich ändern.

Denn sonst kommt es zu solchen Äusserungen, die das ganze Elend offenlegen:

“Ich finde an Deutschland gut, dass man hier nicht arbeiten muss und trotzdem sein Geld bekommt. …”

“Ja in der Türkei hat man echte Probleme, wenn man arbeitslos wird. Hier kann man noch sehr gut leben und muss noch nicht einmal wieder arbeiten. ”

Alle lachen. (Zitat Ende).

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