Vor zwei Tagen haben wir hier festgestellt, dass die Meldung der wachsenden Altersarbeitslosigkeit nicht mal eine Ente ist. Das Gegenteil ist der Fall. So wie in Deutschland die Armen immer reicher werden und immer weniger werden so haben die Alten immer mehr Arbeit und immer mehr Rente. Soviel Rente, dass sie es sich leisten können, sich gegen einen ordentlichen Abzug früher auf die faule Haut zu legen. Der bayerische Ministerpräsident gehört offensichtlich nicht zu dem FdoG-Lesern. Sonst hätte er in der BILD-Zeitung nicht falsch fabuliert.

So funktioniert die Propaganda der Sozialstaatsindustrie: Mit einem Armutsatlas, einer Studie über die verelenden Arbeitslosen, die “zu früh in Hartz IV fallen” werden vermeintliche Fakten geschaffen. Jedermann, der Google bedienen kann, braucht wenige Minuten, um diese “Studien” zu wiederlegen: Die Einkommensverteilung in der Bundesrepublik ist seit Jahrzehnten gleich geblieben. Durch das Steuer- und Sozialsystem wird der Gini-Koeffizient, der sie misst, von über 0,4 auf unter 0,3 gedrückt, also massiv von oben nach unten umverteilt. Für immer mehr Hartz IV Empfänger lohnt es sich, den staatlichen Transfer durch ein wenig legale (und vermutlich mehr Schwarz-)Arbeit aufzubessern. Die beziehen natürlich kein Arbeitslosengeld auf der Höhe eines leitenden Angestellten, wenn sie mal wieder arbeitslos werden. Und wie gestern berichtet, arbeiten immer mehr 50-64 jährige. Bei den 60-65 jährigen hat sich ihre Zahl nahezu verdoppelt.

Für die Tatsache, dass auch die bürgerlichen Medien die falschen Zahlen des etwa des paritätischen Wohlfahrtsverbands kritiklos übernehmen,  lässt nicht nur außen vor, dass der von der Armut, die er beklagt, ganz gut lebt und die vielen Mittel und Steuererhöhungen die er sich wünscht, vermutlich seinem eigenen Profit zuschreiben möchte. Dass man sich dann auch noch als Warner vor sozialen Unruhen (“Bochum ist bald Brixton”) verkaufen kann und den Anwalt des armen Mannes macht, bleibt selbstverständlich unerwähnt.

In den Online-Redaktionen bleibt für viel mehr als “Copy and Paste” nicht mehr Zeit  und wenn einmal ein ebenfalls unter Zeitdruck stehender Pauschalist einer Nachrichtenagentur das Ergebnis einer solchen “Studie” in den Ticker gegeben hat, wird es vom Redaktionssystem automatisch übernommen.

Und dann kommt Seehofer und verspricht, einen Missstand zu heilen, den es  gar nicht gibt. Damit kann man leicht punkten.

Die veröffentlichte Meinung hat sich von der Realität so weit entfernt, dass sie sie nicht mehr erkennt.