Vor einer Woche erschoss ein Vater seine 13-Jährige Tochter nur, weil sie nicht mit ihm nach Hause kommen wollte. Sie mag gute Gründe gehabt haben. Schnell war vom Migrationshintergrund der Familie der Rede und die Vermutung des Ehrenmordes stand im Raum. Die Familie stammt aus dem Irak. Und doch handelt es sich nicht um Muslime. Sondern um die Religionsgemeinschaft der Jesiden, die hierzulande eigentlich seit Karl May (“durch´s wilde Kurdistan”) bekannt sein sollten. Und der Zentralrat der Jesiden, der vorgibt die rund 60.000 Angehörigen seiner Religion zu vertreten, nannte den Mord einen Mord. Und distanzierte sich aufs schärfste.Der Vorsitzende wies darüber hinaus im Interview mit RTL darauf hin, dass der mordende Vater aus religiösen Gründen vor einem ordentlichen Gericht keine mildernde Umstände zu erwarten habe: Mord bleibt Mord und hat mit Ehre nichts zu tun.

Da wünschte man sich von dem ein oder anderen selbst ernannten Vertreter anderer Religionsgemeinschaften angesichts vermeintlich religiös motivierter Gewalt ein ebenso engagiertes Beispiel.

Das hilft zugegeben wenig, wenn Väter Töchter oder Brüder Schwestern ermorden. Das ist furchtbar.