Während der syrische “Präsident” im Fernseh-Interview wahlweise die UN oder die Türkei für die von ihm verantworteten Massaker verantwortlich macht, warnt Hisbollah-Chef Nasrallah die syrische Opposition. Die Allianz mit Assad und den friedliebenden Iranern ist in Gefahr und das würde den Raketennachschub aus Teheran auf dem Landweg doch erheblich erschweren, jetzt wo man sich weniger darauf konzentriert die eigene Verwicklung in den Mord am gewählten libanesischen Präsidenten zu verschleiern sondern stattdessen die frisch gelieferten Raketen zum Abschuss nach Israel nicht nur freigegeben hat. 

Die dramatische Lage in Syrien ist hierzulande längst nicht mehr in den Schlagzeilen zu finden, alle paar Tage kommt etwas unter “ferner liefen” mit dem üblichen Satz, dass der Wahrheitsgehalt der entsprechenden Bilder nicht zu verifizieren sei, während man retouschierte Bilder und gestellte Video-Aufnahmen arabischer “Journalisten” kritiklos in die Berichterstattung übernimmt, nur weil Reuters, AP oder AFP als Zwischenhändler auftreten.

In Kairo können unsere gut situierten Korrespondenten vom Studio-Balkon fast auf den Tahir-Platz gucken. Aber nur, wenn die Muslim-Brüder gerade Steine auf die Panzer der Militärs werfen. Was in Lybien passiert, bleibt für den deutschen TV-Zuschauer völlig im Dunkeln. Wann hat man das letzte Mal etwas über die Lage im Jemen, in Bahrein oder eben im Libanon gehört.

Nur in einem Fall freut uns die Bräsigkeit der Copy and Paste Branche. Eine mysteriöse Explosion hat das iranische Zentrum für Langstreckenraketen dem Erdboden gleich gemacht und praktischerweise auch gleich den Kopf der Entwicklung mit beseitigt. Mit unschuldigem Augenaufschlag fabulieren die gut unterrichteten Nachrichtendienst-Kreise von einem Unfall und der mangelnden Erfahrung des handelnden Personal mit dem Flüssigsprengstoff. Ein Schelm der böses dabei denkt.