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Tuvia Tenenbom ist Journalist und Theatermacher. Im April 2011 sollte von ihm bei Rowohlt das Buch “Ich bin Deutschland” erscheinen, aber dem Verleger Alexander Fest war das Buch zu “unkomplex” und Tuvia sollte den Antisemitismus, der ihm begegnete, in Israelkritik umschreiben. Danach nannte Fest ihn in einer Email einen “jüdischen Hysteriker” und das Buch erschien nicht. Read the rest of this entry »

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26 Mrd. € geplante Neuverschuldung sind ein weiteres Armutszeugnis, zumal damit nichts anderes finanziert werden soll als der Status Quo. Wenn “Euro-Chef” Jean-Claude Juncker die deutsche Bundesregierung auf die Überschuldung der Bundesrepublik Deutschland hinweist, tut er das aus falschen Motiven. Was sich die Merkel Boys Kauder und Schäuble dagegen gegenüber den Briten erlauben, spottet jeder Beschreibung. Denn anders als von Rösler versprochen, wird auf der Insel geliefert.

Es wird nicht lange brauchen, bis die deutsche Fata Morgana vom selbsttragenden Aufschwung implodiert. Dann wird offenbar, dass das deutsche Wachstum nicht von Europa getrieben wird, sondern von Südostasien. Aber irgendwann wissen die auch, wie man Autos im Premiumsegment baut und sie haben dann auch genug Maschinen und Anlagen und brauchen nur noch die abgenutzten zu ersetzen.

Wenn die Stellschrauben der Hartz – Reformen ein wenig gelockert werden, Pflegegeld, Herdprämie und Mindestlohn implementiert wird die Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie weiter beschnitten und die erzielten Erfolge bei den Lohnstückkosten werden so negiert.

Der Boom täuscht darüber hinweg, dass wir unser Bruttosozialprodukt mit den Basisinnovationen des 19. Jahrhunderts betreiben. Wenn die Märkte gesättigt sind, lässt sich ein Gewinn nur noch über Kostenführerschaft und beinharte Rationalisierung erzielen. Und das führt zum Verlust von Arbeitsplätzen.

Wenn das gewahr wird, flüchten die “Märkte” auch aus deutschen Staatsanleihen.

 

Die Frage stellte der Moderator der “Informationen am Morgen” einem intellektuellen türkisch-stämmigen Betroffenheitsintellektuellen, der diese allerdings geistesgegenwärtig verneinte. Denn das letzte dieser grausamen rassistischen Attentate fand 2007 statt. Und da hatte Sarrazin wohl noch keine Zeile geschrieben. Das Buch kam in der Tat erst neun Jahre nach Beginn der Mordserie heraus.  Read the rest of this entry »

In der Aufregungsdemokratie und über den berechtigten Schock, dass drei grausame Irre mit der Unterstützung von allenfalls einer Handvoll nicht minder Geisteskranker mindestens neun Menschenleben auf dem Gewissen haben, sollte die Überlegung eine Rolle  spielen, dass es sich bei ihnen keinesfalls um politische Aggressoren handelt, sondern nur um gewöhnliche Verbrecher, deren Taten in der veröffentlichten Meinung nicht einmal besonders aufgefallen sind. Wir sollten wegen ihnen das Kind nicht mit dem Bade ausschütten und unsere Freiheit nicht weiter einschränken lassen.

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Der Mitgliederentscheid innerhalb der FDP über die Euro-Rettungspolitik ist nun in vollem Gange. Die FDP-Mitglieder befinden sich momentan in der privilegierten Situation, zwischen zwei konkurrierenden Anträgen wählen zu können, demjenigen einer Gruppe von Liberalen um den Read the rest of this entry »

Subventionsabbau, ein neues Steuersystem und Deregulierung war bestellt. Aber nicht geliefert. Ein Liefertermin wurde auch nicht genannt.

Stattdessen offenbart Rösler das mangelnde ordnungspolitische Handwerkszeug und will den Finanzmarkt regulieren und das Spekulieren eingrenzen. Ist das noch liberal? Read the rest of this entry »

Die beiden sollten sich schnell Verwandtschaft in Chile zulegen. Die Geschichte zeigt, dass das bei solchen Kombinationen ganz hilfreich sein kann.

In Italien ist es Mario Monti, in Griechenland Loukas Papadimos. Beides Figuren, die im technokratischen Milieu Brüssels aufwuchsen und sich durch ihre Parteilosigkeit den Anschein von Überparteilichkeit geben. Aber diese Herren brauchen auch gar keine Parteien: Monti ist ehemaliger EU-Kommissar, Papadimos ehemaliger EZB-Banker, ihre Partei heißt Brüssel und an die Macht kommen solch unheimliche Gestalten nie durch Wahlen. Als willige Vollstrecker des EU-Willens werden sie gute Arbeit leisten.

Dieses Clausewitz-Zitat hat bis heute Gültigkeit. Rund um den Globus. Davor darf man seine Augen nicht verschließen. Wenn unser Bundesaußenminister Guido Westerwelle heute vor der “militärischen Option” gegen die iranische Atombombe warnt, könnte er sich wie im Falle Libyen irren.  Read the rest of this entry »

Ich gebe zu. Ich gehöre nicht zur Stammhörerschaft des öffentlich-rechtlichen Fritz-Radios. Und Ken Jebsen war mir bisher vollständig unbekannt. Der Mann, der dort am Sonntagnachmittag eine vierstündige Sendung präsentiert, ist eine Bankrotterklärung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Und damit wir das alle mitkriegen darf er weitermachen, obwohl er – übersetzt – den Holocaust für eine PR-Aktion von Goebbels hält, behauptet, die Hamas hätte mit der rechtswidrigen jahrelangen Geiselnahme eines israelischen Soldaten nur ein, zwei Mörder frei gepresst und 9/11 für einen “warmen Abriss” hält. So jemand schimpft sich Journalist. Und erhält im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Sendezeit. Und vom Tagesspiegel Beifall. Read the rest of this entry »

Ob Gysi, Lafontaine oder Wagenknecht: Die Sparkassen sind es, die es den SED/PDS/Linkspartei-Aktivisten angetan haben. Mit denen wäre die Krise nicht passiert. Es spricht mal wieder für die Sachkompetenz der versammelten Moderatorenriege der alltäglich sendenden öffentlich-rechtlichen Talkshows, dass die nicht auf die Idee kommen, da mal nachzuhaken. Denn bei Deutschlands dreigliedrigem Bankensystem gab es nur eine Säule, die wankte: Die Sparkassenorganisation. Und die macht nicht erst seit der Bankenkrise von sich reden. Sondern produzierte Skandale am Fließband:  Read the rest of this entry »

Nun wird es selbst dem Philosophen Jürgen Habermas in der Frage der Euro-Rettung zu bunt. Ausgerechnet er, der jahrzehntelang einem kompromisslosen Hurra-Europäismus das Wort geredet hat, reiht sich nun ein in den durchaus vielstimmigen Chor der Kritiker der „alternativlosen“ Euro-Rettungspolitik. Read the rest of this entry »

130 Mrd. € sind die Goldreserven der Deutschen Bundesbank wert. Und mit denen sollen wir nun auch noch für den EURO-Rettungsschirm haften, wenn es nach unseren französischen Freunden geht. Die Bundesbank wehrt sich – noch. Neben dem Gold geht es natürlich auch um deren Unabhängigkeit nachdem man die EZB ja schon erfolgreich geschliffen hat. Und der Bundestagsbeschluss wird von der Eurokratie einfach mal ignoriert.  Read the rest of this entry »

Die weitverbreitete Prinzipienlosigkeit der deutschen Schein-Intellektuellen wird mit vollständiger Ahnungslosigkeit gepaart. In den Feuilletons von FAZ bis SPON verbreitet sich die deutsche Intellegenz mit der Hypothese, die Scheinehe zwischen Demokratie und Kapitalismus sei zerbrochen, seit die bösen Banker die armen Politiker vor sich her treiben.  Wer so was lesen will, muss es selber lesen. Hier wird es nicht auch noch verlinkt. Read the rest of this entry »

Dieser Mann ist ein Held unserer Zeit! Warum? Er ist ein Sozialist, er ist ein Mitglied einer seit Jahrzehnten regierenden Polit-Clique und dennoch hat er etwas getan, was ihm nicht hoch genug angerechnet werden kann. Georgios Papandreou hat mit seiner Idee des mittlerweile abgesagten Referendums auf eine Schwäche innerhalb des Systems “größtmögliche Integration” hingewiesen. Seine Idee zeigte der Welt ganz kurz, wie brüchig jener Schein aus freundlicher Zusammenarbeit und politischer Freundschaft ist. Er hat gezeigt, dass Abweichler vom representativen Status quo ganz schnell wie dahergelaufenen Ganoven behandelt werden.

Das Misstrauensvotum hat er heute überstanden, aber seine Tage sind gezählt – vor einer Woche noch undenkbar, denn da ist Papandreou noch als williger Vollstrecker von IWF, EU und Merkozy aufgetreten. Als er diesen Pfad verließ, war er plötzlich ein Außenseiter in seiner Partei und in der EU. Demokratie alter Schule ist mit dem System EU nicht vereinbar. Wer das bisher nicht gemerkt hat, wurde von Georgis Papandreou eines Besseren belehrt.

Als Griechenland 1940 den selbsterklärten Caesaren Mussolini aus dem Land warf, den Italienern nachsetzte und ihnen bis zum Eingreifen der Wehrmacht mehr als nur ein blaues Auge verpasste, kommentierte Winston Churchill die Ereignisse so: “Hence we will not say that Greeks fight like heroes, but that heroes fight like Greeks.” Ganz so viel Kraft hatte Papandreou dann doch nicht, aber trotzdem ist er ein Held.