Tuvia Tenenbom ist Journalist und Theatermacher. Im April 2011 sollte von ihm bei Rowohlt das Buch “Ich bin Deutschland” erscheinen, aber dem Verleger Alexander Fest war das Buch zu “unkomplex” und Tuvia sollte den Antisemitismus, der ihm begegnete, in Israelkritik umschreiben. Danach nannte Fest ihn in einer Email einen “jüdischen Hysteriker” und das Buch erschien nicht.

Gottlob gibt es das Internet und so kann eine Kindle-Version des Buches unter dem Titel “I Sleep in Hitler’s Room” bei Amazon geordert werden. Wer keinen Kindle besitzt, kann es danach auch auf dem gewöhnlichen PC, Tablet oder Smartphone lesen. Und es lohnt sich. Es enthält nicht nur die unverschämte Geschichte seines Nichterscheinens, sondern auch Begegnungen mit all den interessanten Wirrköpfen, die dieses Land so interessant machen: Autonome, Nazis, Verschwörungstheoretiker, Israelkritiker, Friedenspfeifen, Ordnungsfanatiker, Fußballfans, Juden, Moslems, Helmut Schmidt und Helge Schneider.

Neben der Tatsache, dass das Buch klasse geschrieben ist, demonstriert es in den Interviews eine faszinierend entwaffnende Fragetechnik. Neben Mark Twains Reisebericht aus Deutschland eines der besten Bücher über das Land der Dichter und Denker.