Die Frage stellte der Moderator der “Informationen am Morgen” einem intellektuellen türkisch-stämmigen Betroffenheitsintellektuellen, der diese allerdings geistesgegenwärtig verneinte. Denn das letzte dieser grausamen rassistischen Attentate fand 2007 statt. Und da hatte Sarrazin wohl noch keine Zeile geschrieben. Das Buch kam in der Tat erst neun Jahre nach Beginn der Mordserie heraus. 

Sarrazin geht immer. Ich spekuliere ja auch auf eine erhöhte Nutzerzahl für diesen Post durch bloße Erwähnung seines Namens. Aber der wahre Grund für diese Randbemerkung ist wohl eher, dass bei der Journaille die Reflexion zum Reflex verkommen ist: Reaktion ohne Verwendung des eigenen Hirns.

Dass jetzt die muslimischen Interessenverbänden, die gar nicht die Mehrheit der hier lebenden Menschen mit “Migrationshintergrund” vertreten, auf diesen Verbrechen Trittbrett fahren, ist dabei schon besonders anzüglich. Sie sind es, die die deutsche Mehrheitsgesellschaft in Geiselhaft für ein paar – und seien es ein paar Tausend – Idioten nehmen, die in der Mehrheit ihr eigenes Leben nicht in den Griff kriegen und dafür anderen die Schuld geben.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk setzt das Bashing fort und Phoenix schafft es glatt, eine Rede Geert Wilders in einem Themenschwerpunkt unterzubringen, um möglichst häufig das Wort “Rechtspopulist” zu gebrauchen und im gleichen Filmbericht auch noch die NPD mit ihm in einen ideellen Zusammenhang zu stellen. Die gab es allerdings schon, als das Terror-Trio 1999 untertauchte. Doch Geert Wilders war damals hierzulande unbekannt.

Ich habe kein Vorurteil gegen Türken. Unterwegs esse ich meist einen kleinen Döner-Teller und mindestens die Hälfte des Fleisches und Gemüse kaufe ich bei Sarrazins nächstgelegenen Gemüsehändler. Gute Freunde stammen aus Persien und ich freue mich, dass die Schüler mit Migrationshintergrund auf der Schule meiner Tochter doppelt so oft Abitur machen wie im Bundesdurchschnitt.  Ich habe auch nichts gegen den muslimischen Glauben, solange niemand gezwungen wird, nach seinen Regeln zu leben, ob mit Kopftuch oder ohne. Ich habe Respekt vor dem türkischen Malergesellen, der unser Wohnzimmer gestrichen hat und seit Jahren dafür spart, nach Mekka zu pilgern und stolz darauf ist, dass seine Töchter auf´s Gymnasium gehen.

Aber die so genannten “Döner-Mörder” legitimieren keine Parallelgesellschaften, in denen die Meinungsfreiheit nichts mehr gilt und Leute wie Sarrazin vor laufender Kamera verjagt werden. Ich finde es bedenklich, wenn hier Friedensrichter nach der Scharia urteilen und in einem deutschen Amtsgericht mit der ausdrücklichen Zustimmung des Richters ein Iman nach islamischen Recht eine Scheidung ausspricht, damit die Geschiedene zurück in den Iran reisen kann. Es ändert nichts an der Tatsache, dass arabische Jugendliche öfter kriminell sind als solche mit französischem oder britischem Migrationshintergrund.

Integration bleibt eine Bringschuld derjenigen, die sich integrieren. Das kann man eben nicht über die Geburtenrate anders regeln. Und die Beleidigtheit der vom türkischen Religionsministerium bezahlten DITIP hat im Verhalten der Mehrheitsgesellschaft keinen Grund. Hierzulande werden Leute selten auf ihre Herkunft oder ihr Geschlecht reduziert, soziologische Übereinstimmungen müssen aber trotzdem zur Kenntnis genommen werden, wenn sie empirisch erfasst werden.

Auf die Idee, dass ein paar Verrückte ihren Rassismus “politisch” begründen, kommt man nicht notwendigerweise, nur weil sie Serienmörder sind. Denn dass sie ein so originelles Bekennervideo drehen, für dessen Fertigstellung sie 10 Jahre brauchen, konnte keiner ahnen. Denn normalerweise geht ja das Bekennerschreiben des Terroristen anonym bei der Nachrichtenagentur ein, bevor die Tat begangen wird. Dass das erst vier Jahre nach dem letzten Verbrechen versehentlich an´s Tageslicht kam, weil die Polizei die Verbrecher beim Bankraub fast auf frischer Tat ertappte  und die Gefährtin kurzerhand die Räuberhöhle in die Luft sprengte, wo sich neben Waffen auch noch jenes Video fand, das die Verbrecher sozusagen posthum zu Rechtsterroristen adelte, konnte kein armer Ermittler ahnen.

Auch die Frage, ob man der Täter schneller habhaft geworden wäre, wenn man sie im rechtsradikalen “Milleu” vermutet hätte, kann nicht abschließend beantwortet werden. Die Armada von V-Männern, die die diversen Geheimdienste beschäftigen, haben jedenfalls nie davon berichtet, dass sich irgendjemand dieser Taten brüstet. Was auf eine überschaubare Zahl von Mitwissern und Symphatisanten des Thüringer Terror-Trios schließen lässt und zu der Vermutung führt, dass der Name “nationalsozialistischer Untergrund” eher die geistige Befähigung ihrer Mitglieder als deren Anzahl umschreibt.

Ich jedenfalls lasse mich weder von der Islamlobby noch von diesen Verbrechern in Geiselhaft nehmen.