In der Aufregungsdemokratie und über den berechtigten Schock, dass drei grausame Irre mit der Unterstützung von allenfalls einer Handvoll nicht minder Geisteskranker mindestens neun Menschenleben auf dem Gewissen haben, sollte die Überlegung eine Rolle  spielen, dass es sich bei ihnen keinesfalls um politische Aggressoren handelt, sondern nur um gewöhnliche Verbrecher, deren Taten in der veröffentlichten Meinung nicht einmal besonders aufgefallen sind. Wir sollten wegen ihnen das Kind nicht mit dem Bade ausschütten und unsere Freiheit nicht weiter einschränken lassen.

Genaugenommen hat sich der Verfassungsschutz als nutzlos erwiesen. Die richtige Konsequenz daraus kann nur sein, ihn aufzulösen. Ich kann mich an keinen einzigen Moment erinnern, wo er statt Skandalen wertvolle Erkenntnisse zum Schutze des Rechtsstaates hervorgebracht hätte. Immerhin rund 5.000 Leute stehen in Bund und Ländern in seinen Diensten und das Ergebnis erscheint recht dürftig.

Dann könnten die wichtigtuerischen Hinterbänkler aus den diversen Bundestagsausschüssen nicht nach geheimer Sitzung ihre Visage bedeutungsschwanger in die Kameras der bereitwillig wartenden Wegelagerer halten, um das erneute Versagen des Verfassungsschutzes zu konstatieren, weil es ihn gar nicht gäbe.

Darüber hinaus rate ich auch, die überflüssige Diskussion über das Verbot der NPD einzustellen. Mit einem Verbot treibt man die nur in “den Untergrund” und wäre wieder auf irgendwelche nicht funktionierenden V-Männer angewiesen, um den Schwachsinn zu dokumentieren, der dort dann abseits der Öffentlichkeit gedacht wird.

Außerdem würde die Partei durch den Abzug der “V-Männer” ohnehin schon ausreichend geschwächt, weil sie wohl auf die helleren Köpfe verzichten müsste, die sich ihr “politisches Engagement” durch die Mittel des nutzlosen Verfassungsschutzes alimentieren lassen. Wenn man mich als V-Mann anwerben würde, könnte ich mich glatt noch überwinden, in die FDP einzutreten.

Ärgerlich ist allerdings, dass die finanzielle Insolvenz dieser Partei durch die entsprechende Finanzierung immer wieder durch die öffentliche Hand verschleppt wird. Doch hier ist nicht das Verbot der NPD das richtige Mittel  sondern die Abschaffung der Parteienfinanzierung, mit dem die “etablierten” Parteien sich gekonnt vor neuer Konkurrenz in den Parlamenten vom Hals schaffen.

Was für die RAF galt, gilt auch für die Thüringer Terrorzelle: Wir sollten uns unsere noch bestehende Rest-Freiheit von ein paar mordenden und zeternden Idioten nicht abkaufen lassen, die “politisch” keinerlei Wirkung entfalten.

Für die Existenz unseres freiheitlichen Rechtsstaates ist das politische Establishment weitaus gefährlicher als diese Verbrecher, für die es schon genug Gesetze gibt, nach denen sie dahin gebracht werden könnten, wo sie hingehören: Hinter Schloss und Riegel.

Dass sie da nicht gelandet sind, liegt allenfalls an dem Unvermögen der Polizei, die in diesem Land immer noch für die Strafverfolgung zuständig ist.