Dieses Clausewitz-Zitat hat bis heute Gültigkeit. Rund um den Globus. Davor darf man seine Augen nicht verschließen. Wenn unser Bundesaußenminister Guido Westerwelle heute vor der “militärischen Option” gegen die iranische Atombombe warnt, könnte er sich wie im Falle Libyen irren. 

Natürlich wäre es auch mir lieber, wenn Frieden auf der Welt herrschte und wir keine Waffen bräuchten, unsere Soldaten nicht in Afghanistan, am Horn von Afrika, vor der libanesischen Küste und auf dem Balkan Wache schieben müssten.

Aber wie sehe es dort aus, wenn die Weltgemeinschaft nicht interveniert hätte. Serben, Kroaten und Kosovaren würden sich nach wie vor die Köpfe einschlagen und furchtbare Massaker aneinander begehen. In Kabul wäre das Tor im Fußballstadion noch so praktisch, weil  die Taliban vor den fertigen Tribünen an den Querbalken beider Tore gleich mehrere Menschen aufhängen könnten. Im Irak hätte Saddam Hussein den unsäglichen Vorteil, dass seine Exekutionen und Verbrechen nicht von CNN live in die Wohnzimmer übertragen wurden. Und Gaddafi wäre noch genauso als Völkerschlächter unterwegs wie sein Waffenbruder Assad in Syrien, wenn die NATO ihn nicht weggebomt hätte.

Nun bedrohen die Mullahs mit ihrer Marionette Machmut mit der Atom-Bombe. Und wir wollen diskutieren Sanktionen gegen die iranische Zentralbank, bis die Bombe auf Israel fällt.

Wer die “militärische Option” nicht auf den Tisch legt, hat schon kapituliert und der Gegenseite gezeigt, dass von ihm nichts zu befürchten ist.

Die Iranische Regierung steht mit Rücken zur Wand. Sie kann sich nicht mal die Lebensmittelsubventionen leisten, um das Volk zu befrieden. Es gibt nicht einmal genug Ressourcen, um so viele Raffinerien zu bauen, um den Eigenbedarf des Landes an Benzin zu decken. Gegen die Immobilienhausse im Iran, die inflationsgetrieben ist, ist die spanische Blase ein Blub im Spinat.

Aber genau dieser Umstand macht das Regime so gefährlich. Es hat nichts mehr zu verlieren. Und braucht dringend ein Feindbild. Mit einem kleinen Atomkrieg gegen Israel und einer Langstreckenrakete, die bis nach Österreich reicht, kann man vielleicht noch eine Weile in Teheran seine Kerkerherrschaft aufrecht erhalten.

Und Guido Westerwelle, der in Freiheit aufwuchs, weil die Allierten, die uns den Rechtsstaat geschenkt haben, allzeit bereit waren, unsere Freiheit mit ihrer Existenz zu verteidigen und die “kriegerische Option” gegenüber den Sowjets nie vom Tisch nahm, sollte sich überlegen, wem er diese Freiheit verdankt und warum er so leben konnte wie er es tut. Bevor er wieder leichtfertig den Edelpazi raushängt.