Die weitverbreitete Prinzipienlosigkeit der deutschen Schein-Intellektuellen wird mit vollständiger Ahnungslosigkeit gepaart. In den Feuilletons von FAZ bis SPON verbreitet sich die deutsche Intellegenz mit der Hypothese, die Scheinehe zwischen Demokratie und Kapitalismus sei zerbrochen, seit die bösen Banker die armen Politiker vor sich her treiben.  Wer so was lesen will, muss es selber lesen. Hier wird es nicht auch noch verlinkt.

 

Dass es sich tatsächlich um eine Staatsschuldenkrise als systematische Folge des Geburtsfehler der repräsentativen Demokratie handelt, weil die amtierenden Politiker nicht für die Schulden, die sie im Namen des Volkes, dass sie “repräsentieren” haften, wie der Geschäftsführer einer GmbH, ist hier ausreichend diskutiert worden.

Kapitalismus ist und bleibt eine marxistische Zustandsbeschreibung zur Legitimation des Kommunismus: Der Produktionsfaktor Kapital beutet die anderen Produktionsfaktoren Boden und vor allem Arbeit aus und führt so zur Verelendung der Massen. Der Profit, das Faktoreinkommen des Kapitals wird deshalb völlig zu unrecht erzielt. Der Kapitalismus muss deshalb überwunden werden. Bevor die Utopie des Kommunismus in die Tat umgesetzt wird, sieht die marxistische Entwicklungsphilosophie noch das Fegefeuer des Sozialismus vor. Diejenigen, die den am leibhaftigen Leibe erlebt haben, werden wissen wovon ich lebe.

Walter Eucken folgend verwende ich deshalb zur Beschreibung eine funktionale Beschreibung: In einer Marktwirtschaft ist das herrschende Koordinierungssystem der Wettbewerb. In einer Zentralverwaltungswirtschaft der Plan.

Beurteilt man die westlichen Demokratien nach diesem Schema und versucht sich in quantitativen Schätzungen, so leben wir mehrheitlich in Zentralverwaltungswirtschaften mit marktwirtschaftlichen Ausnahmebereichen, die mit ihrer Wertschöpfung das Gesamtsystem teilweise finanzieren. Der überwiegende Anteil dieser Zentralverwaltungswirtschaft wird aber durch Schulden aufgebracht.

In der Marktwirtschaft ist die freie Verfügung über sich und sein Eigentum Bedingung für funktinionierenden Wettbewerb. Diese individuelle Freiheit kann nur ein freiheitlicher Rechtsstaat garantieren, der sein Gewaltmonopol durchsetzt. Die maximierte Freiheit führt zur Maximierung des in der Wettbewerbswirtschaft eingesetzten Wissens. Denn der entscheidende Faktor für die Entwicklung von Wohlstand und Wertschöpfung ist nicht Kapital sondern Wissen. Und von F.A. v. Hayek stammt die Erkenntnis, dass Wettbewerb das beste Verfahren zur Entdeckung neuen Wissens ist.

Die Zentralverwaltungswirtschaft reduziert dieses Wissen systematisch auf das Wissen der Zentrale. Und sie muss diejenigen, gegen deren Interessen der Plan verstößt, dazu zwingen, ihn trotzdem einzuhalten. Deshalb ist die Zentralverwaltungswirtschaft mit einem freiheitlichen Rechtsstaat nicht vereinbar.

Aber mit der Demokratie. Denn der Zwang kann ja auch durch eine Mehrheit legitimiert werden. Nur das Recht negativer Regeln kann die Freiheit des einzelnen vor dem Staat und den anderen schützen.

Deshalb ist der ganze Kokolores in den Feuilletons Unsinn.