Die Griechen dürfen demnächst das erste Mal seit langem selber entscheiden, wie es mit ihrem Land weitergehen soll. Da die technokratische Elite der EU Referenden fürchtet wie der Teufel das Weihwasser, werden gegenüber Griechenland nun andere Saiten aufgezogen. Unter dem Motto “Solidarität ist keine Einbahnstraße” versuchen die EU-Granden Druck auf die griechische Regierung auszuüben und im EU-Hausblatt Spiegel (Online) liest sich das dann so

“Während eines Arbeitsessens im Festival-Palais von Cannes haben die EU-Promis mit Griechenlands Ministerpräsident Georges Papandreou abgerechnet […] Entsprechend deutlich haben Merkel und Sarkozy ihren griechischen Kollegen eingenordet […]  Paris und Berlin beschlossen, den unbotmäßigen Ministerpräsidenten nach Cannes vorzuladen […] aufgeschreckt durch einen massiven Verfall der Aktienkurse, wurden dem unbotmäßigen Premier die Leviten gelesen […] Merkel, Sarkozy und die EU-Spitzen Jean Claude Junker, José Manuel Barroso, Hermann Van Rompuy nebst IWF-Chefin Christine Lagarde legten gemeinsam die Marschrichtung fest. […] Beim anschließenden Abendessen im VIP-Saal France musste dann Papandreou Rede und Antwort stehen […] Merkel wie Sarkozy rieten ihm offenbar, die Abstimmung auf den Verbleib in der Euro-Zone zuzuschneiden – dafür ist in Griechenland wohl eine Mehrheit zu finden.”

Dabei geht es gar nicht um Griechenland. Es geht auch nicht um Schulden, Zinsen, Banken oder dergleichen. Es geht nur um diese eine Sache, die Merkel in der Pressekonferenz sagte: “Aber wir sagen auch, dass wir das große Einigungswerk nicht aufs Spiel setzen.” Jenes “große Einigungswerk”, die zentralisierte Herrschaft über den gesamten Kontinent, ist es, was die “EU-Promis” umtreibt, da kann Griechenlands Souveränität ruhig den Bach runtergehen.

Eines ist völlig klar: Mit solchen Freunden brauchen die Griechen keine Feinde mehr.