40.000 Wutbürger sind gestern auf der Strasse gewesen, um gegen die bösen Bänker zu demonstrieren. Mehr als von den Organisatoren erwartet. Doch wer da spontan seinen Unmut über Rettungsschirm und Bankenrettung artikulieren will, spült vielleicht Wasser auf die Mühlen von jemand, den er eigentlich nicht unterstützen mag. 

Denn die Sozialisten sind so schlau, das was sie wollen, nicht mehr Sozialismus zu nennen, wenn man von Sarah Wagenknecht absieht, der man in einzelnen Punkten komischerweise Recht geben muss. Auf allen Kanälen werden wir unverdrossen mit Kapitalismuskritik vollgemüllt und jeder Vorzeigeintellektuelle der letzten 30 Jahren von Ulrich Wickert bis Julian Nida-Rümelin hat über den Verfall der Sitten und die Gier in der Gesellschaft ein Buch geschrieben und darf deshalb neben dem unvermeidlichen Günter Wallraf Platz nehmen, um dasselbe so lange in die Kamera zu halten, bis es endlich auf der Spiegel-Bestseller-Liste zu sehen ist. Die Demos werden derweil von der sozialistischen Internationale organisiert, die heute unter dem Titel Attac firmiert, während die etablierten Politiker kleinlaut zugeben, dass sie schon verstehen können, warum der Bürger auf die Strasse geht.

Aber man sucht sich die falschen Opfer. Nicht die Banken sind “schuld” an ihrer Rettung, sondern die weltweit agierenden Regierungen, die die Prinzipien der Marktwirtschaft verraten haben. Drei Jahre nach der ersten Bankenrettung entpuppt sich ihr Verhalten als teure aber wirkungslose Anmaßung.

Das Vertrauen wird erst zurückkehren, wenn diese Prinzipien wieder Gültigkeit haben und man sich darauf verlassen kann, dass jeder auch so vorsichtig wirtschaftet, um igenedie e Pleite zu verhindern. Denn längst haben die “Märkte”  begriffen, dass der Euro so nicht zu retten ist.