Ein Kolumnist, dem das Medium gehört, für das er schreibt, entzieht sich der redaktionellen Kontrolle. Ein Journalist, der den Kapitalismus geißelt und sich dank seines großen Namens und des ererbten Vermögens mal kurz eine Zeitung kaufen kann, ist ein Widerspruch in sich. Sein moralingesäuertes Geschwurbel ist schwer zu ertragen. Nun erklärt er ein paar terroristisch angemutete Kleinkriminelle, die Autos anzünden und den Bahnverkehr lahmlegen, zum gerechten Volksaufstand gegen Markt und Merkel. Das ist schon nicht mehr absurd, sondern gefährlich. 

Üblicherweise werde ich nicht persönlich. Für mich zählt das Argument und nicht die Figur. Das ist nur dann anders, wenn jemand sein gesellschaftliches Gewicht nicht unbedingt der eigenen Leistung alleine verdankt und selbstverliebt den gesellschaftlichen Rebell gibt, während er mindestens 1/4 des Spiegel beherrscht.

Würde Friede Springer, Liz Mohn oder Hubert Burda so in der Öffentlichkeit auftreten, ich würde ihnen genauso blöd kommen. Augstein lässt das vermissen, was er von anderen reichen Bubis einfordert: gesellschaftliche Verantwortung, die nicht darin bestehen darf, seine unmaßgebliche Meinung mit dem von Vatern erarbeitetem Geld steuermindernd unters Volk zu bringen, ohne sich dem Diskurs zu stellen.

Nun beschreit der reiche Schnösel von der Elbchaussee den Klassenkampf und rechtfertigt Verbrecher, die z.B. den 10 Jahre alten Seat Alhambra der Familie eines Mindestlöhners angezündet haben oder dafür sorgen, dass all Diejeinigen, die sich kein Auto leisten können, nicht zur Arbeit kommen, weil die S-Bahn-Strecke wegen ihrer dilettantischen Brandsätze gesperrt ist, die nicht einmal losgegangen sind.

Die Werte und die Moral der Gesellschaft werden mit Sicherheit auch durch die Augsteins dieser Welt untergraben, die solchen Unsinn rechtfertigen und dabei links denken und rechts leben.

Wer den Schrott lesen will, den er ganz ohne Molotow-Cocktail produziert,  kann ihn selber suchen. Hier wird dererlei nicht verlinkt, aus Gründen der moralischen Hygiene.