Steve Jobs, der Mann der aus einer Garagenfirma ein milliardenschweres Unternehmen machte und mit seinen Erfindungen mehrere Generationen prägte, ist tot. Die ganze digitalisierte Welt trauert, einschließlich des Reichs der Mitte, und dass, obwohl bei Apples chinesischen Zulieferern in Sachen Arbeitssicherheit gewaltig der Wurm drin war. Die ganze Welt? Nein, die Leser der deutschen Qualitätsmedien machen ihrem Ruf als globale Avantgarde des antikapitalistischen und fortschrittsfeindlichen Ressentiments alle Ehre und bewahren sich ihre spezielle Sicht auf technische Innovation und unternehmerischen Erfolg (Quellen: SPON-Forum, SZ, Die WELT, FAZ. Die ZEIT fehlt, da man dort Pietätloses heftig löscht):

 Welches Weltbild wurde denn darüber hinaus geprägt? Immer und überall seinen Facebook-Status zu aktualisieren? Ich bitte Sie, das kann es doch nicht sein! Es ist pervers, in welcher Form Steve Jobs zu einem Messias, zu einem Halbgott – nein zu Gott erhoben wird.

 als mensch ein a….: steve jobs steht für das, was der kapitalismus heute ist. schönes design, schöner schein und der mensch als seelenloser konsument.

 Aber die Welt ist bestimmt nicht zum besseren Ort geworden, weil Steve Jobs gelebt hat! Im Gegenteil! Eine ganze Generation ist technisch bewertet von einem Unternehmen abhängig gemacht worden.

 Global betrachtet habe ich jedoch meine Zweifel, ob die Welt insgesamt besser wird, wenn ein kleiner Anteil der Weltbevölkerung bequemer mit Computern umgehen kann und Telefone benutzen darf, die noch viel mehr und weit über die persönliche Nutzung hinaus gehende Funktionen haben.

vielleicht hat apple die welt sogar schlechter gemacht, ihr eine weitere (produkt)diktatur auferlegt und abhängigkeiten geschaffen, wo keine sein müssten. vielleicht machen die apple-innovationen auch dümmer, denn je mehr durch technik abgenommen wird, desto weniger muss der mensch selber leisten.

aber am ende ist das vielleicht sogar das entscheidende: apple schafft es irgendwann durch technik die menschheit überflüssig zu machen. schließlich ist der mensch für alles schlechte verantwortlich. ist der mensch erstmal weg, ist alles wieder gut auf der erde.

Das der Mann als Marktstratege, Produktdesigner und und Raubkapitalist spitze war, steht wohl außer Frage. Nur ob die Welt wirklich trauert lasse ich einmal dahingestellt. Ich besitze und besaß keine Apple Produkte. Ich brauch eben keine Therapie.

Wie kann ein einzelner Mensch, der streng genommen nichts weiter als ein Manager eines Unternehmens ist welches seine Produkte billig in China herstellen lässt, ein Weltweites Medienecho auf seinen Tod auslösen.  (…) Zweifellos ist Jobs eine Persönlichkeit des öffentlichen Interesses ABER er hat weder Krebs geheilt noch Weltfrieden gebracht. Wo ist die Verhältnismäßigkeit???

 Der schwarze Rollkragenpullover ist ein Synonym für sein offensichtlich schlechtes Gewissen. Krebs ist auch ein Ergebnis ungesunder und stressiger Lebensphilosophie . Tausende Menschen sind vor ihm gestorben oder wurden umgebracht, bei denen diese Headline wirklich angebracht wäre. Apple ist Kult für Yuppies und gelebte Oberflächlichkeit.

 Also mir hat Steve Jobs die Angst vor der Technik nicht genommen, sondern erst so richtig eingejagt. Die Welt ist dadurch jedenfalls kein bisschen besser geworden.

 Jobs war ein knallharter Kapitalist, den ökologische oder soziale Zusammenhänge nicht interessierten.

Hier trieft Amerika aus allen Poren. Der erfolgreiche Geschäftsmann als Abgott, als höchstes denkbares Ideal. Er hat hauptsächlich Spielzeug hergestellt! Das alte Europa und besonders Deutschland, wo praktisch alle wirklich wichtigen Erfindungen herkommen, sollte hier doch ein wenig drüberstehen.

Es soll nicht unterschlagen werden, dass es auch eine satte Anzahl von Gegenstimmen in deutschen Kommentarspalten und Foren gibt. Trotzdem kommt man nicht umhin sich zu fragen was aus dem Mann geworden wäre, wenn er als Stefan Jobs in der Bundesrepublik Deutschland das Licht der Welt erblickt hätte. Mal sehen: Als linksfühlender Studienabbrecher mit Hang zu Buddhismus und Bob Dylan hätte er sich wohl an den Busen von Papa Staat geflüchtet zwecks Marsch durch die Institutionen. Seine Kumpels von der K-Gruppe finden das auch dufte, denn Revolluzer mit Beamtenstatus ist auf jeden Fall besser als seelenloser Sklave des Kapitals. Sein Kindheitstraum, Erfinder zu werden und mit seiner Firma nützliche Dinge herzustellen, für die Menschen gerne Geld ausgeben, ist Jobs seit seinem ersten Marx-Lesekreis ein Graus. Da wird er lieber ein Rädchen in der Behördenbürokratie und lebt von Steuergeldern.

Vielleicht sitzt Herr Jobs dann in einem Umweltamt und macht sich um Recht und Ordnung und den Schutz der Natur verdient. Da gibt es immer viel zu tun, zu überwachen und zu kontrollieren. Man stelle sich beispielsweise vor was alles passieren kann, wenn verantwortungslose Technikfreaks ohne Gewerbelizenz und Meisterbrief irgendwelches Teufelszeugs in ihrer Garage zusammenbasteln. Und den Müll haben die auch nicht vorschriftsmäßig getrennt! Da hätte der Herr Jobs einen geharnischten Bericht in seine Schreibmaschine gehackt und die vorlauten Bürschchen mit ihrem neumodischen „Start Up“ müssten ein gewaltiges Bußgeld berappen. Die gründen so schnell keine Firma mehr. Kapitalistischer Wildwuchs und unregulierte Innovationsfreude, das sind ja geradezu amerikanische Verhältnisse!

 Ein Glück, dass Jobs in den USA geboren wurde, wo selbst die Linken liberals sind.

RIP Steve Jobs (1955-2011).