Unternehmen entstehen, wenn Menschen etwas unternehmen. Und oft genug sind es einzelne Unternehmer, die über den Erfolg entscheiden. Die Lücke, die sie hinterlassen, ersetzt sie nicht. Das war bei Heinz Nixdorf so und wird wird bei Steve Jobs so sein.

Heinz Nixdorf erlag auf der CeBIT 1986 einem Herzinfarkt. Sein Unternehmen hatte die “mittlere Datentechnik” aufgerollt und hatte sich auf leistungsfähige Computer für bestimmte Branchen spezialisiert. Seine Produkte machten die Einführung der EDV in vielen Branchen und gerade in kleinen und mittleren Einheiten und Unternehmen überhaupt erst denkbar. Das Unternehmen beschäftigte weltweit 30.000 Mitarbeiter und machte 5 Mrd. DM Umsatz. Drei Jahre später war es pleite und wurde an Siemens verkauft. Heute gehört es Investmentbanken und der Name Wincor Nixdorf springt einem allenfalls noch auf Leergut- oder Geldautomaten entgegen. Für Nixdorf war sein Gründer so wichtig wie Steve Jobs für Apple. Und das heißt nichts gutes für das Unternehmen.

Überhaupt scheint es, als ob amerikanische Unternehmen von den Unternehmern zur Größe getrieben werden, die sie gründen. Das Wachstum und die Marktmacht versandet langsam, wenn sie zu groß werden und statt dem Enterpreneur der Zahlenfuchs die Macht gewinnt. Der grösste Feind der guten Idee ist die bessere.

Nixdorf und Jobs waren Marketing-Genies. Sie kombinierten Bausteine einer bereits vorhandenen Technik, so dass ein optimaler Nutzen für den Kunden entstand. Jobs trieb diese Fähigkeit auf die Spitze, denn der Mythos Apple wurde seinen Preis wert. Mit der Kombination I-Tunes und I-Pod schuf erstmals einen funktionierenden Markt für Online-Musik und Bezahl-Inhalte. Die ihm aber mehr oder weniger als Vehikel für den Vertrieb seiner Produkte diente, die er – anders als Nixdorf – nicht mehr in eigenen Fabriken bauen ließ. Für Produkte aus dem Hause Apple zahlt man wie für BMW, Porsche oder Mercedes aufgrund ihrer Herkunft einen ordentlichen Aufpreis. Es handelt sich nicht um  ein einfaches Produkt sondern um ein Prestigeobjekt. Eine email, die nicht “from my Iphone” gesendet wurde, kam von einer wenig bedeutenden Person.

Nixdorf starb plötzlich, Jobs nicht unerwartet. So bleibt uns ein politisches Testament, das er schon 2005 vor Studenten sprach, nachdem er seine erste Krebserkrankung überwunden hatte. Das hat ausgerechnet die Blöd-Zeitung in Wort und Bild veröffentlicht. Sollte man sich anschauen. Vor allen Dingen, was er über den Tod zu sagen hatte:

http://www.bild.de/digital/computer/steve-jobs/apple-chef-steve-jobs-rede-liebe-verlust-tod-rede-stanford-universitaet-20324400.bild.html