Aber nicht nur die. Die ganze Flugbereitschaft BMVg hört abgeschafft. Muttis Statussymbol ist schlicht zu teuer. Dass die Bundesbildungsministerin auf die Idee kommt, für einen zweitägigen Rom-Besuch Flugkosten in Höhe von 150.000 € zu verursachen, ist nur ein weiteres Indiz dafür, wie sehr die deutsche Politik ihren Realitätssinn verloren hat. Eine ökonomische Analyse.

Bereits 2009 hatte die Ministerin einen Hubschrauber der Flugbereitschaft in Anspruch genommen, um von Stuttgart nach Zürich zu fliegen. Für den 146 km langen Flug waren 26.500 € angefallen. Weil der Luftwaffenhubschrauber extra aus Berlin eingeflogen werden musste und ohne  die Dame wieder zurück flog, war er 5 Stunden zum Preis von je 5.300 € in der Luft. Hätte Schavan ihre Termine in Zürich um eine halbe Stunde verschoben, wäre sie laut Aussagen der Blöd-Zeitung für 320,00 pro Person mit der Lufthansa unterwegs gewesen. Wenn sie neben dem persönlichen Referenten auch noch die Pressesprecherin dabei gehabt hätte, wäre sie mit einem Tausender dabei gewesen.  

800 € mehr hätte ein Hubschrauberflug mit dem privaten Anbieter Heli-Seven gekostet, der seinen Sitz in Stuttgart hat und den Preis von 1800 € für einen Flug ins 80 km weiter entfernte München als Beispiel aufführt. Macht einen Schaden zulasten der Bundesrepublik Deutschland in Höhe von 24.700 €.

Trotz öffentlicher Diskussion flog Schavan im März nach Rom zur Privataudienz. Grund sei die Teilnahme an der Islamkonferenz bis 15.00 Uhr und an einem Empfang des deutschen Botschafters beim Vatikan. Nachdem der wohl zu ihren Ehren ausgerichtet worden ist, hätte man den Beginn gut und gerne auf 21.00 Uhr terminieren können. Dann hätte Schavan nebst drei Begleitern für insgesamt 515,00 € mit Air Berlin fliegen können. Hätte sie die Islamkonferenz vorzeitig (etwa ein halbe Stunde) früher verlassen, dann wäre sie mit 810,00 € dabei gewesen und der Empfang hätte um 20.00 Uhr beginnen können.

Auf dem Rückweg hätte sie mit der Lufthansa für 3.500 € ab 06.20 Uhr über Frankfurt/Main fliegen können und wäre um 13.55 Uhr in Münster-Osnabrück gelandet. Das hätte allemal gereicht, um den Veranstaltungsort in Nordhorn um 15.15 zu erreichen. Für 2100 € ginge es mit der Allitalia um 7.20 Uhr ab Rom nach Paris und von dort weiter mit der KLM nach Amsterdam un 11.40 Uhr, von wo aus der Dienstwagen die Dame ja abholen kann. Googlemaps gibt eine Reisezeit nach Nordhorn von 2 Stunden und 10 Minuten an. Das reicht allemal bis 15.15, ihrem ausgewiesenen Vortragstermin.

Hätte Schavan ein Flugzeug bei Tigercharter geliehen, wären bei vier Flugstunden für den Hin- und Rückflug rund 10.000 € fällig gewesen. Der Bundeswehreinsatz kostete den Steuerzahler dagegen rund 150.000 €.

Daraus lassen sich zwei Schlüsse ziehen.

1. Jeder private Anbieter ist um ein vielfaches billiger als die Bundeswehr. Die gerade für 1 Mrd. € modernisierte Flugbereitschaft gehört geschlossen, die Flieger verscherbelt. Oder aber von einem privaten Anbieter übernommen. Das müsste die Flugpreise von Merkel Airlines pulverisieren. 

2. Der deutschen Politik ist jeder Realitätssinn verloren gegangen. Wegen eines Empfang beim deutschen Botschafter und einem Vortrag beim Fachforum “Bildung als Schlüssel zur Wirtschafts- und Standortentwicklung” des Landkreises Bentheim in Nordhorn, dem Nabel der Welt,  Reisekosten von 150.000 € zu verursachen, ist nicht einmal mehr unangemessen. Es erfüllt den Tatbestand der Untreue. Und Schavan ist ja nicht die einzige, die einen solchen Bohai um ihre Person macht. Aber wer erwischt wird, fliegt. Zumal die Lücke, die sie hinterlässt, sie vollständig ersetzt. Da könnte man gleich das ganze Ministerium einstampfen und die verbliebenen Abteilungen dem Wirtschaftsminister zuschlagen. 

Das ganze passt in ein Bild, in dem die Politiker den Staat und unser Gemeinwesen längst zu ihrer fetten Beute gemacht haben.