So leicht gerät man in die Mühlen der Steuerfahndung: Nadja Auermann zerrte das Finanzamt vor den Kadi, weil sie ihren Lebensmittelpunkt nicht im steuergünstigen Monte Carlo hatte sondern in einer Villa in Berlin-Köpenick. Da geht es für den Fiskus um Millionen. Doch ganz so war es dann wohl doch nicht. Ein mittlerweile wegen Bestechlichkeit entlassener Finanzbeamte hatte für Auermanns Steuerberater eine Expertise verfasst. Gegen Honorar. Und die Aussage dieses Ehrenmanns  wurde zur Grundlage der “Ermittlungen”. 

Bei der Steuer hört der Rechtsstaat auf. Wenn Vater Staat Kasse machen kann, ist ihm so ziemlich jedes Mittel recht. Zu dumm dass jetzt der Ex-Finanzbeamte vor Gericht aussagte, sein “Dossier” habe hypothetischen Charakter und sei übertrieben.

Da stellt sich die Frage, warum die Staatsanwaltschaft, die in Deutschland ja gesetzlich verpflichtet ist, auch Entlastendes zu berücksichtigen, nicht ein wenig gründlicher ermittelt hat. Dann wäre sie selbst drauf gekommen.

Und all denen, die von einer “Reichensteuer” träumen, sei das ein warnendes Beispiel: Je höher der Steuersatz desto wahrscheinlicher, dass die Reichen sich der gesellschaftlichen Solidarität entziehen und sich lieber mindestens die Hälfte des Jahres am schönen Strand Monacos aufhalten oder die andere Hälfte in den Schweizer Berge beim Skifahren verbringen und mit dem heimischen Kanton den Steuersatz frei handeln. Oder sie ziehen nach Mallorca und zahlen die ersten 5 Jahre auf die Einnahmen, die sie von außerhalb generieren, keinen Cent. Danach ist es auch dort Verhandlungssache.

Sie würden gerne gelegentlich wenigstens auf Besuch in deutschen Landen wandeln. Doch da stehen sie natürlich unter Beobachtung der Steuerstasi, die die Stunden und Tage zählt, die sie hierzulande verbringen. Das ist kein freiheitlicher Rechtsstaat.