Das Zitat stammt nicht von mir. Sondern vom “Weltökonom” Helmut Schmidt (im Original etwas komplizierter). Der wurde gerade von Sigmar Gabriel neben Karl Schiller als grandioser Wirtschaftspolitiker gefeiert und das wegen des von der großen Koalition verabschiedeten Stabilitäts- und Wachstumsgesetzes. Außenpolitisch hat Schmidt seine Verdienste. Ökonomisch war Sozial-Liberal unter seiner Führung ein Desaster. Als er das erkannte, wurde er von der eigenen Partei in die Wüste geschickt.

Das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz, das Gabriel gerade im Bundestag in den Himmel lobte, war 1972 gescheitert Ein entsprechende Beschreibung haben wir hier anlässlich des 100. Geburtstags Karl Schillers geliefert, der ebenda erkannte, dass der Staat die Kredite, die er in der Rezession aufgenommen hat, eben nicht bei guter Konjunktur zurückführt. Der Einstieg in den Schuldenstaat war gemacht. Die “Konzertierte Aktion”, die mittels “Moral Suasion” die gesellschaftlichen Gruppen (Arbeitgeber, Gewerkschaften, Industrie und Wirtschaft) im Rahmen einer “Globalsteuerung” zu bestimmten Verhalten freiwillig zu bewegen, scheiterte erst 1978 an den Gewerkschaften, die keinen niedrigeren Lohnabschlüssen zustimmen wollten.

Helmut Schmidt, der Deutschland mit dem standhaften Kampf gegen den Terrorismus einen großen Dienst erwies, wird als “Ökonom” vollständig überschätzt. Als Fraktionsvorsitzender in der großen Koaliton hat er eben jenes Stabilitäts- und Wachstumsgesetz auf den Weg gebracht und als Wirtschafts- und Finanzminister und später als Bundeskanzler in der sozial-liberalen Koalition vollzogen. In den siebziger Jahren versuchte er, mit Konjunkturprogrammen die Arbeitslosigkeit zu senken. Die Inflation wuchs auf bis zu 8%, das Wachstum blieb stabil, aber die Arbeitslosigkeit explodierte förmlich. Am Ende der sozialliberalen Koalition waren 1,8 Mio. Menschen arbeitslos.  Dafür war in der Dekade die Staatsverschuldung von 20 auf 30% des Bruttosozialproduktes gestiegen.

Das Gesetz für Stabilität und Wachstum wird de Facto schon seit den Siebzigern nicht mehr angewendet. Weil es nicht funktioniert. Mit den ökonomischen Weisheiten des Weltökonomen Helmut Schmidt ist es nicht anders. .