Europa steht vor der Systemfrage. Gehen wir den Weg in die Zentralverwaltungswirtschaft weiter und machen aus dem Euro einen Transferrubel? Oder besinnen wir uns eingedenk des Griechen-Debakels und lassen von Rettungsschirmen und Stabilitätsmechanismen ab, die nichts anderes stabilisieren können als die Krise und den Untergang. Machen wir in Europa alles gleich und damit alles gleich schlecht und alle gleich arm? Oder billigen wir jedem und auch jedem Staat das gleiche Recht auf Wohlstand zu und damit das Risiko, zu scheitern? 

Es gibt nur zwei Koordinationsmechanismen, die in der Wirtschaft denkbar sind: Wettbewerb oder Zwang. Im Wettbewerb folgt jedes Wirtschaftssubjekt seinem eigenen willen und trifft seine freie Entscheidung. In der Zwangswirtschaft bestimmt der zentrale Plan das Verhalten jedes Einzelnen, der dazu gezwungen werden muss, wenn es seinen eigenen Wünschen widerspricht.

Der Wettbewerb bedingt einen freiheitlichen Rechtsstaat, der die Entscheidungsfreiheit und die Verfügungsmacht des Einzelnen über sein Eigentum garantiert. Idealerweise nimmt der Rechtsstaat dafür nur so viele Steuern wie er für die Bereitstellung der Infrastruktur und die Versorgung derjenigen braucht, die sich nicht selbst ernähren können, weil sie krank, schwach, unvermögend oder zu alt sind.

In der Zwangswirtschaft gilt nur die Willkür der zentralen Verwaltung und ihres Planes, den jeder zu befolgen hat. Damit gibt es auch kein Eigentum, denn selbst wenn ich im Grundbuch stehe, kann ich ja nicht über mein Eigentum frei verfügen.

Die Wettbewerbswirtschaft kann nur in einer Ordnung existieren, die jedem die Verfolgung des eigenen Ziels erlaubt. Die Zentralverwaltungswirtschaft braucht eine Organisation, die jeden zwangsverpflichtet, dem gesetzten Ziel zu folgen.

Der Wettbewerbsvorteil der Marktwirtschaft liegt in der besseren Verwertung des in der Gesellschaft vorhandenen Wissen. “Wettbewerb ist das beste Verfahren zur Entdeckung neuen Wissens.” Ohne Wettbewerb gibt es keine Innovation, weil der Anreiz, neues Wissen zu entdecken fehlt.

Jede staatliche Intervention, jede Subvention, jedes Verbot und jede “Steuererleichterung” greift in die individuelle Freiheit ein und verzerrt den Wettbewerb. Dabei verfügt die Zentrale immer über weniger Wissen als die Summe der Individuen.

Ein wesentlicher Grund ist die mangelnde Aggregierbarkeit des konkreten Wissens. Die Zentrale, der Staat, die Bundeskanzlerin weiß nicht mehr als die Summe aller Deutschen, sie weiß weniger. Und deshalb weiß sie auch nicht besser, was gut für uns ist.

Die Schuldenkrise lösen wir nur durch den athletischen und nicht durch den fetten Staat. Einen Staat, der sich auf seine Kernaufgaben beschränkt und der nicht mehr ausgibt als er einnimmt. Undzwar Jahr für Jahr. Einen Staat, der sich auf das wesentliche beschränkt.

Und das gilt auch für Europa: Wir brauchen eine europäische Union, die durch wenige, negative Regeln den Wettbewerb in der Union garantiert. Niederlassungsfreiheit, Freiheit von Diskriminierung im grenzüberschreitenden Handel und die Abwesenheit von Zöllen und die Verhinderung von Wettbewerbsverzerrungen durch ihre Mitglieder durch Subventionierung der eigenen Wirtschaft sind die Kernaufgaben der Union.  Es ist nicht die Aufgabe der EU, für gleiche Lebensverhältnisse auf dem Kontinent zu sorgen, sondern seine Vielfalt zu bewahren.

Eine Währungsunion kann nur dann bestehen, wenn strenge Regeln gelten, die von der operativen Staatsführung nicht gebrochen werden können. Ein Befreiungsschlag könnte die Einführung der kaufmännischen Buchhaltung und der Bilanzierung sein, die deutlich macht, welche Staaten durch Wertschöpfung eines Staates entstanden sind und ob durch sein Handeln am Ende eines Jahres das Volksvermögen mehr oder weniger geworden ist.

Eine wie immer geartete europäische Wirtschaftsregierung kann nur auf zwei Arten funktionieren: Gar nicht wie in Deutschland schon die konzertierte Aktion und das “Bündnis für Arbeit”, weil alle Beteiligten den Beschlüssen nur dann folgen, wenn sie den eigenen Interessen entsprechen. Dann braucht man sie gar nicht erst zu fassen. Oder es handelt sich um eine zentrale Plankommission der EUdSSR, die uns in die Unfreiheit der Diktatur führt und aus dem EURO einen Transferrubel macht, wie ihn schon der “Rat für gegenseitige wirtschaftliche Zusammenarbeit” nutzte, um die Zentralverwaltungswirtschaften sowjetischen Typs mit einem internationalen Zwangsplan zu versorgen.