29,15% der Wahlberechtigten haben keine Stimme abgegeben. Das sind mehr Wähler als die stärkste Partei CDU/CSU auf sich vereinigen konnte. Bezogen auf die Wahlberechtigten haben die Schwestern nämlich nur 23.97% der Stimmen erreicht. Rechnet man die Bürger hinzu, die eine Partei gewählt haben, die es nicht über die Fünf-Prozent Hürde geschafft haben, sind mehr als ein Drittel aller Wahlberechtigten nicht im Parlament repräsentiert. Mit den 10,31% der Wahlberechtigten, die ihr Kreuz bei der FDP machten, vertritt die Parlamentsmehrheit gerade mal 0.87 % mehr Stimmbürger.

Und das ist kein Einzelfall, sondern ein Trend.  Bei der Bundestagswahl 1998 hatten CDU/CSU noch mehr als 28%, die Partei der Nichtwähler 17,8% und die Zahl der nicht im Parlament wahlberechtigten betrug gerade mal 22,63%. Die Rot-Grüne Koalition, die damals an die Macht kam, repräsentierte immerhin fast 40% der Wahlberechtigten. Nur die große Koalition schaffte mit 53.91 % gerade mal auf die Hälfte der Wähler. Aber die waren wohl wenig überzeugt. Gingen 2005 noch immerhin 48 Millionen Bürger zur Wahl, waren es 2009 satte 4 Millionen weniger. Das kann kein Zufall sein, wird aber in der veröffentlichten Meinung, die von den Parteien monopolisiert wurde, nicht einmal erwähnt. Auch ich bin zufällig auf diese Entwicklung gestossen. Eigentlich wollte ich heute einen CDU-Putschaufruf gegen die erfolgloseste Vorsitzende aller Zeiten posten. Aber der kommt dann eben später.

Eine repräsentative Demokratie, in der mehr als ein Drittel der Bürger nicht repräsentiert sind, verliert ihre Legitimation.