Im Tagesspiegel verkündet Tobias Barth im Angesicht der Elektromobilität das geistige Tempolimit: Wer gleich schnell denkt, kann auch nur gleich schnell fahren. Immerhin graut SPON vor dem grünen Marburger Bürgermeisterkandidat Franz Kahle, der die Bürger zwangsverpflichtet, bei Neubauten und Dachsanierungen Photovoltaik-Anlagen aufs Dach zu schrauben. Der Linke Berliner TU-Professor Ulrich Battis lobt das Fukushima-Gesetzes Paket der Bundesregierung zur “Enerigiewende”: “Sanierungsrecht ist auch Zwangsrecht. 

Dass nur zwei (!) FDP-Bundestagsabgeordnete den Mut hatten, gegen diesen Weg in die Zwangsverwaltungswirtschaft ökologischen Typs gestimmt haben, beleuchtet das Verständnis von Freiheit und Marktwirtschaft, das dem Rest der Volksvertreter innewohnt. Es ist nicht vorhanden. Marktwirtschaft und freiheitlicher Rechtsstaat leben von dem Prinzip der freien Verfügung über das Privateigentum. Wer dazu zwingt, sich an eine teure kommunale Energie-“Selbstversorgung” anzuschließen, enteignet. Fernwärme hatten sie in der DDR auch schon.

Der gute Zweck heiligt die Mittel nicht. Und SPON belegt die Entwicklung zur Öko-Diktatur mit eindrucksvollen Beispielen. Nicht etwa die Welt oder FOCUS.

Doch der Tagesspiegel-Schreiber, der in seiner verquasten Reportage seinen Hass auf BMW und die Autobahn herausschreibt, ist Teil des Problems und nicht der Beschreibung. Wer im Deutschlandfunk morgens um Acht die Verkehrshinweise hört, wo nur Staus mit einer Länge von über 5 km angesagt werden, weiß im Zweifel, dass der in dem er steht, nur 4,99 km lang ist. Er verpulvert viel Sprit im Stand und träumt vielleicht davon, wenigstens 80 oder 120 zu fahren. Die wenigsten haben das Glück, alltäglich auf ein freies Stück Autobahn zu treffen, wo sich die Richtgeschwindigkeit deutlich übertreffen ließe. Die Spriteinsparung läge also wohl im akademischen Bereich. Und die sichersten Straßen überhaupt sind die deutschen Autobahnen ohnehin. Da braucht man schon das Wundermittel Elektromobilität, um auf eine Harmonisierung der Geschwindigkeiten zu pochen.

Wer so denkt, meint besser als wir selbst zu wissen, was gut für uns ist. Und irrt.

P.S.: Ich bekenne freimütig, in den 80iger und 90iger Jahren bevorzugt mit mehr als 200 km/h die linke Autobahnspur belegt zu haben. Aber eben meistens nachts und aus beruflichen Gründen. Nach Entwicklung von Lap-Top, UMTS und ICE kann ich mir das nicht mehr leisten. Und in der Stadt bin ich ohnehin meist mit dem Fahrrad schneller, wenn man die Parkplatzsuche und den Weg zum jeweiligen Ortstermin dazu rechnet. Ökologie wider willen.