Man kennt sie ja, die lieben Grünen, die immer ganz vorne mit dabei sind, wenn es einen Unmenschen irgendwo auf der Welt zu verteidigen gibt. Ob Onkel Saddam Hussein, den die Friedensgrünen 2003 gegen die bösen Amis schützen wollten, ob die Kinderschänder in Teheran, denen verschleierte Versionen der Damen Vollmer und Roth schön brav die Aufwartung machen, die Grünen wussten, bei wem sie sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen durften. Umso besser, dass im Fall Husni Mubarak schon klar ist, dass er aus dem letzten Loch pfeift und die größte Frage für ihn nur noch darin besteht, ob er seinen Lebensabend am Starnberger See oder am schönen Zingster Bodden verbringen möchte.

Wichtig für die Grünen ist, dass bei Mubarak keine Gefahr mehr besteht, dass er irgendwen mit seinem Giftgas angreift, eine Bande Selbstmordattentäter ins gemütliche Deutschland entsendet oder in seinem Keller an einer Nuklearbombe arbeiten lässt. Der Mann ist fertig und so trauen sich auch die Grünen, kräftig auszuteilen. Der Konsequenz-Darsteller Nouripour, lehnte gestern ein deutsches Exil mit dem Stuttgart-erprobten Wörtchen “Nix” ab, obwohl man dem Mann doch ein Plätzchen hier gönnen sollte, wenn er dann die Ägypter in Ruhe lässt. Jürgen Trittin wird noch mutiger und sagt:

“Die Bundesregierung muss jetzt klar sagen: Wir wollen einen friedlichen Übergang. Deshalb wollen wir, dass Herr Mubarak zurücktritt”

Trittin kann das jetzt so offen sagen, denn er fühlt sich wirklich sicher, nicht einmal mit einer Sahnetorte könnte Mubarak ihm noch gefährlich werden. Ganz schön mutig diese Grünen, aber nur bis sie wieder nach Teheran zitiert werden, dann wird artig stillgestanden und die Weiblichkeit kultursensibel eingehüllt.

Diese Partei hat wirklich Rückgrat.