“Der Fiat Panda 4×4 bringt 4 Bahnarbeiter zu den eingefrorenen Weichen”. So textete die Werbeagentur in einem amüsanten Anzeigenkrieg gegen die Deutsche Bundesbahn schon Mitte der Achtziger Jahren.

So schrieb ich am 13. Juli 2010, um den Erfolg der Bahnreform seit den 80iger Jahre zu beschreiben, als im Hochsommer die Klimaanlagen ausfielen. Das war früher gar nicht möglich, weil die Züge gar keine Klimaanlagen hatten. Nur bei ohrenbetäubendem Lärm konnte man zur Kühlung bei Maximalgeschwindigkeit 160 die Köpfe aus dem IC-Fenster halten. Auch eingefrorene Weichen gehörten schon damals in durchaus üblichen strengen Wintern zum Alltag und wurden allerdings noch nicht “Störung im Betriebsablauf” genannt. 

Das Wetter führt uns allenthalben vor, dass am Klima vermutlich wenig “menschgemacht” ist und unser Einfluss auf die Widrigkeiten der Natur begrenzt ist. Das habe ich heute auch erlebt, als ich zwei Stunden vor Wolfsburg im ICE stand, weil eben eine “Weichenstörung” vorlag. Als die behoben war, waren die Bremsen des ersten der fünf ICE eingefroren.

Auch auf Strassen und Flughäfen herrschte Chaos. Das ist zu weihnachtlichen Zeiten nicht einmal im Fortschrittsland USA unüblich, wie uns schon die Odysee der Mutter in “Kevin war allein zuhaus” und zahlreiche andere Komödien vor Augen führen, in denen gewöhnliche amerikanische Staatsbürger mit aufdringlichen Komikern das Hotelzimmer teilen.

Uns stünde es gut zu Gesicht, uns nicht zum (Un)mass aller Dinge zu machen und mit dem Widrigkeiten des Wetters gelassener umzugehen und nicht wahlweise die mangelnden Winterreifen, die LKW-Fahrer, die Lufthansa oder die Deutsche Bahn dafür verantwortlich machen. Die können auch was aber nicht alles dafür.

Et kütt wie et kütt.