Die Kennedys aus Oberfranken (nicht aus der Oberpfalz – danke für den Hinweis) haben wieder zugeschlagen. Der deutsche Hang zur Monarchie schlägt allerdings im Establishment mehrheitlich mindestens in Häme um, weil der fesche adelige Verteidigungsminister und seine Gattin, eine geborene von (Blut, Schweiß und Tränen) Bismarck am Hindukusch blöderweise eine zu gute Figur machen. Die Soldaten freuts. Daran sollten sich Siggy Popp und Konsorten mal ein Beispiel nehmen.

Dass die Guttenbergs das richtige tun, ist ihr Schaden nicht. Aber die adrette Blondine mit der kugelsicheren Weste schafft es auf die Titelseite der Blöd-Zeitung, wo der xte Truppenbesuch des Gatten allenfalls gelandet wäre, wenn sein Konvoi wenigstens von den weniger friedlichen Taliban beschossen worden wäre. Und die aufgezeichnete Kerner-Show werden sich eine Anzahl Leute aus Sensationsgier anschauen, die – wie ich – den Mann (Kerner) eigentlich nicht ertragen. Political correct wäre es natürlich nur, wenn sich die Guttenbergs keinem Mann des Privatfernsehens gestellt hätten, sondern sich in der Live-Schalte in den Tagesthemen den Fragen des kritischen Tom Buhrow aus dem warmen Studio geantwortet hätten.

Was haben Presse und Politik sich eigentlich gedacht? Die Truppe am Hindukusch hat keinen leichten Stand und macht einen guten Job. Für die sind Kerner und Konsorten eine wohlfeile Abwechslung, die noch dazu führt, dass sie sich respektiert fühlen und nicht erst die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit genießen, wenn sie im Zinksarg heimgebracht werden.

Letztlich sind es die lustigen Sprücheklopfer in den Parteizentralen, die die Guttenberg-Reise dazu nutzen, sich billig zu profilieren. Das kommt leider nur bei den Leitartiklern an und zeigt ein weiteres mal die Divergenz zwischen gesundem Volksempfinden und veröffentlichter Meinung.

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