Ein Freund brachte mir neulich ein kleines Geschenk mit: Eine weihnachtlich aufgemachte CD mit dem Titel “Islam – Die am schnellsten wachsende Religion der Welt”, die auf unterschiedliche Art und Weise verteilt wird. Sie enthält einen Vortrag von Pierre Vogel, dem Ex-Boxer und aufstrebenden Missionar im Namen Allahs. Der Inhalt ist simpel, Vogel steht auf einer Bühne und sabbelt und sabbelt und sabbelt. Klar, der Islam ist sein großes Thema und sein Look in Nachthemd und Megabart passt dazu ähnlich gut wie ein Vortrag über Jesus im bäuerlichen Sackleinen des ausgehenden europäischen Mittelalters. Der Vortrag hat zwei Themen, von denen das erste (“Was ist Islam?”) problemlos auch von einem dahergelaufenen Irren erklärt werden könnte, da der Islam wie alle anderen Religionen nicht so kompliziert ist, wie es die Anhänger der entsprechenden Religion den Rest der Welt glauben lassen wollen. Das zweite Thema ist da schon weitaus philosophischer (“Was ist der Sinn des Lebens?”) und hat das Potential, Diskussionen zu entfachen – eigentlich, denn für Vogel und den Rest seiner offensichtlich recht einfach gestrickten Anhängerschaft ist diese Frage schon längst beantwortet und zwar mit dem ersten Thema des Vortrags. Weshalb der Vortrag auf der CD auch so informativ ist wie der Wachturm oder das Amtsblatt der Nordelbischen Kirche. Der Sinn von Vogels Leben ist der Islam, ein genialer Gliederungstrick, denn so können er und seine Freunde sich mit diesen zwei Themen auch noch die nächsten tausend Jahre in einer immer gleichen Diskussion im Kreis drehen.

Die Online-Aktivitäten von Vogel und seiner Sekte sind beachtlich. Bei Youtube findet sich ein unüberschaubarer Wust aus Reden, Predigten und Anweisungen verbunden mit den spontanen Konvertierungen irgendwelcher Deppen, die es total erleuchtend finden, dem Meister eine Reihe von Worten nachzustammeln, die sie selber gar nicht verstehen. Ein anschließendes “Allahu Akbar” besiegelt den Übertritt zur Religion des Friedens und Vogel lacht sich in den Bart. Denn man ist unter sich: Der Islam vogelscher Prägung zieht vor allem gescheiterte Existenzen, Halb-Kriminelle und Voll-Idioten an, denen jeglicher Halt in der wirklichen Welt abhanden gekommen ist. Zuletzt geriet ein Berliner Gangsterrapper in die Schlagzeilen, weil er von einem Tag auf den anderen die zahlreichen Bitches nicht mehr ficken, sondern in eine Bahn dickes Tuch einwickeln wollte. Wobei sich sein Denkmuster im Prinzip nicht großartig verändern musste, denn es bleibt ja bei jenem einfachen Schema: Die Frau hat dem Mann zu folgen. Ob sich dieser nun in der Rolle des Zuhälters oder des Haremsbosses befindet, ist dem Chauvi völlig gleich.

Die Unfähigkeit Vogels zu zwischenmenschlichen Kontakten jenseits des Korans zeigt sich auch in der Tatsache, dass er seine Frau ganz romantisch und halal von Freunden aus Marokko importieren ließ. Der reizende Gatte hat überhaupt merkwürdige Ansichten, wenn es darum geht, Frauen richtig zu handhaben. Die in seinem Wikipedia-Artikel zusammengetragenen Links zu diesem Thema lassen auch dem nur halbherzig aufgeklärten Leser den Hut hochgehen. Das Interesse an den Opfern der vogelschen Lehre des angewandten Feminismus ist trotz des regelmäßigen Presse-Traras um Vogel und seine Jünger eher gering, obwohl Frauen die primären Opfer seiner religiösen Indoktrination darstellen. Ob er nun eine Steinigung als von Allah befohlen bezeichnet oder mit einem kleinen Mädchen in Hannover den Koran vorträgt und sie fragt, wann sie denn endlich die Vollverschleierung anlege, Frauen haben sich dem Willen Allahs unterzuordnen. Praktisch, dass in den Talkshows immer wieder verschleierte Frauen auftreten und den Akt der Unterwerfung unter den Mann als emanzipatorischen Schritt maskieren.

Wären die Frauen nicht so negativ von Vogels Moralvorstellungen betroffen, dann wäre der Kerl die größte Witzfigur der Republik. Ein Ex-Boxer macht auf religiös, verkleidet sich als Mohammed, spielt für eine Bande von Steinzeitmuslims den fröhlichen Hampelmann und findet – o Wunder – finanzstarke Unterstützer, die ihm sein ulkiges Hobby großzügig finanzieren. Ein im Nachthemd auftretender Eiferer, der in diesem Land nur deswegen seine große Show abziehen kann, weil es den Gedanken der Freiheit weitestgehend in Gesetzesform gegossen hat. Staaten, in denen die Anhänger der “am schnellsten wachsenden Religion” die Mehrheit der Bevölkerung stellen, bieten da weitaus weniger religöse Nischen für jedermann. Wenn die rhetorische Nullnummer Vogel einen der einflussreichsten Islamisten in Deutschland darstellt, dann sagt das viel über diese Form des Fanatismus aus: Ein rheinischer Zungenschlag und ein freundliches Lächeln scheinen völlig auszureichen, um in Deutschland aus dem Nichts zum Guru aufzusteigen. Früher war für die erfolgreiche Etablierung eines Kultes weitaus mehr Brimborium erforderlich, mit Orgien und Haschischparties waren die klassischen Sekten aber auch eher lebenslustig eingestellt.

Es geht Vogel nicht um den Sinn des Lebens. Es geht ihm nicht um eine gute Lebensführung. Es geht ihm nicht um die Hölle oder das Paradies. Es geht ihm nicht einmal um den Islam. Es geht ihm darum, wie er und seine Kumpels auch mit einfachen Mitteln den großen Max markieren können. Es geht um einen Haufen Spinner, die ihre Unfähigkeit, Frauen als ebenbürtige Menschen zu betrachten, um jeden Preis in einem absurden Männlichkeitskult ausleben wollen. Es geht um eine Bande armer Würstchen, die die weder geistig noch rhetorisch auf der Höhe der Zeit sind und mit dem Hilfsmittel Islam andere Menschen kontrollieren, anweisen und befehligen wollen, ohne laufend ausgelacht zu werden. Und es ist dringend nötig, endlich mit dem Lachen anzufangen!

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