Es dauert nicht mehr lange, dann dürfen amerikanische Hedge-Fonds-Manager keinen Porsche mehr fahren und dem deutschen Telekom-Kunden wird das I-Phone verweigert. Die Anzahl der jeweils zu importierenden und exportierenden Waren wird wie im Rat für gegenseitige wirtschaftliche Zusammenarbeit in Planbilanzen festgelegt und in Transferrubel bezahlt. Darauf deuten jedenfalls die Beschlüsse der “G20” und die noch absurderen Vorstellungen des US-Präsidenten hin, der die fleißigen Chinesen dafür bestrafen will, dass sie den Amerikanern das Geld geliehen haben, mit dem die dann ihre Waren gekauft haben.

Seit 1967 ist übrigens die Bundesrepublik Deutschland dazu verpflichtet, durch die Globalsteuerung auf ein “außenwirtschaftliches Gleichgewicht” hinzuwirken. So neu ist das Ziel nicht. Falsch bleibt es trotzdem. Denn wer einmal sah, wie sich Justizias Waage einpendelte, der weiß, Gleichgewicht bedeutet Stillstand.

Der wesentliche Unterschied zwischen den einzelnen Staaten ist nur die unterschiedlich starke Verschuldung. Eine chinesische Rating-Agentur, von der allerdings niemand gehört hatte, hat unlängst die USA auf das Niveau Griechenlands zurückgestuft. Nicht ganz zu Unrecht.

Im Deutschlandfunk-Interview erklärte Wolfgang Schäuble dann den intellektuellen Offenbarungseid. Nein die Amerikaner wollen keine Inflation zulassen, obwohl die FED soviel Geld druckt. Und die möchte auch einen starken Dollar. Dann ist ja alles gut.

Die Unfähigkeit der Politiker, die uns schon in die erste Krise führte, bringt wahrscheinlich den “Double Dip”, wobei der zweite Aufschlag bedeutend härter sein dürfte als der erste.

Es ist ihre “Anmaßung von Wissen”, die sie dahin führt und natürlich der Willen zur Stimmenmaximierung. Der Dilletantismus, der dabei zu Tage tritt, ist erschütternd. Die gesamte Zunft der Staatsökonomen ist offensichtlich ratlos.

Gefährdet sind vor allen Dingen die Chinesen, die in einer Symbiose mit den Amerikanern leben, weil ihr positives Volksvermögen aus US-Staatsanleihen in Dollar besteht. Nun weiß keiner mehr, wer der Wirt ist und wer der Parasit.

Wie bereits dargestellt, macht die Ankündigung der FED nur unter diesem Gesichtspunkt Sinn: Die FED kauft den Chinesen ihre eigenen Schulden ab. Dadurch steigt gleichzeitig der Huan und beide Seiten können ihre Verluste minimieren. Vorläufig.

Denn die Gefahr einer asymetrischen Inflation durch Blasenbildung ist virulent. Dagegen würde nur helfen, die Zinsen zu erhöhen und das Geld zu verknappen. Und natürlich die privaten Schuldner aller Staaten in die Haftung zu nehmen, um möglichst schnell einen “Haircut” in Irland, Portugal, Griechenland und wohl auch Italien herbeizuführen, bei dem sich die Gläubiger an der Sanierung der Staatsfinanzen beteiligen. Aber davon sind wir weit entfernt. 

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