Als sie Obama zum Präsidenten wählten, da dachten Medien und Politik, die Amerikaner hätten aufgegeben und würden sich nun europäisieren und vor allem sozialdemokratisieren lassen. Also lobte man die Amis, weil alle dachten, sie seien nun auf dem Pfad aller zivilisierten Völker eingeschlagen. Rundumversorgung für alle, mehr Affirmative Action, Multilateralismus und das Ende des gefährlichen “Amerikanischen Traums” erhofften sich die europäischen Eliten von ihrem Kandidaten, den sie vor seiner Wahl nicht peinlich genug abfeiern konnten. Zwei Jahre später stehen in Europa noch immer alle auf den Sunny-Boy im Weißen Haus, nur die Amerikaner haben von Barry die Schnauze voll. Satte 50% gaben in einer Umfrage an, die Republikaner wählen zu wollen, ein unfassbarer Wert, wenn man bedenkt, dass George Bush als der unbeliebteste Präsident aller Zeiten aus dem Amt gegangen ist. Der Grund für diesen Umschwung? Laut den deutschen Medien liegt es an den Amis, die ihre historische Chance nicht nutzen wollen, sich von Obama in ein sozialdemokratisches Zeitalter führen zu lassen und so tun sie alles, damit wenigstens der Deutsche sieht, wie blöd die Amis sind. Die Ressortleiter Antiamerikanismus von Spiegel Online, das Traumduo Pitzke und Schmitz, stellen einen Katalog mit Obamas Erfolgen zusammen und loben vor allem seine desaströse Außenpolitik, die zu einem Erstarken jedes nur denkbaren reaktionären Staates geführt hat. Der Politikwissenschaftler Christian Hacke behauptet im NDR, dass die Gegner Obamas vor allem Rassisten aus den Südstaaten seien, die einem Schwarzen keinen Platz im Weißen Haus gönnen und Bernd Pickert bezichtigt die Amerikaner in der taz als “undankbar“, weil sie nicht erkannt hätten, welche grandiosen Pläne der Präsident mit ihnen hat.

Fazit: Die Amis sind einfach dumm. Obamas politische Gegner können nur Rassisten, Rednecks und Verschwörungstheoretiker sein, denn kein normaler Mensch kann etwas gegen den Messias haben. Zum Glück haben die Amerikaner aber die Deutschen, die ihnen bei den Themen Demokratieverständnis, Diktatur und Rassismus immer wieder gerne Nachhilfe geben.