Schweden ist das Traumland eines jeden Linken. In dem skandinavischen Land sind Regierungen, die nicht aus Sozialdemokraten bestehen, ein Unikum, die Steuern sind hoch, der Staat kümmert sich um alles und jeden. Nils Reise berichtet bei Spiegel Online über die angeblich vorbildliche Intetgration von Einwanderern im Land von Pippi Langstrumpf und Karlsson vom Dach und versichert erleichtert, dass im schwedischen Reichstag noch die Political Correctness herrscht – anders als in den bekannten Nazi-Zentren Norwegen und Dänemark. Er lässt Integrationslotsen und die üblichen Vorzeigemigranten zu Wort kommen, jongliert mit Statistiken und warnt vor rechtspopulistischen Parteien.

So weit, so normal, aber ein paar Dinge hätte auch ein Integrations-Etatist wie Reise erwähnen können: Schweden hat nämlich nicht nur viele Einwanderer, in den letzten Jahren findet vor allem in den Südschwedischen Metropolen ein regelrechter Bevölkerungsausstausch statt. Denn der stetig steigende Anteil von Muslimen hat dafür gesorgt, dass schwedische Juden Städte wie Malmö fluchtartig verlassen. In Schulen und auf der Straße ist es gefährlich, sich als Jude zu outen. Lehrer riskieren Schläge, wenn sie die Geschichte des Holocaust behandeln wollen und große Teile von Göteborg und Malmö sind für Nichtmigranten zu No-Go-Areas geworden. Nur seine schöne Landschaft und die Königsfamilie kaschieren die Tatsache, dass Schweden zu einem Zentrum von Antisemiten, Glaubensfanatikern und Radikalsozialisten geworden ist. Wer aus der sozialdemokratischen Reihe der Politisch Korrekten ausschert, muss um sein Leben fürchten. Nicht nur der Karikaturist Lars Vilks musste das dieses Jahr erkennen – als die Israelische Armee in den Gazastreifen einrückte, trugen die vorbildlichen Migranten den Kampf der Hamas auf die Straßen Schwedens und bewarfen proisraelische Demonstranten vor den Augen der Polizei mit Sprengsätzen, während sie fröhlich “Hitler, Hitler” riefen. Von Henning Mankell über den Gründer der “Antizionistischen Partei” bis Ahmed Rami tummeln sich im ach so-idyllischen Vorzeigeland der Linken einige der widerlichsten Gestalten des Kontinents. Schweden ist kein Beispiel für ein funktionierendes Einwanderungsland, hinter der Fassade aus falunroten Holzhäuschen, einsamer Wälder und unberührter Seen schlummert ein verrotteter multikulturalistischer Kern, in dem sich niemand um die Werte einer freien Gesellschaft kümmert.

Dem sozialistischen Bürgermeister von Malmö war es egal, als seine jüdischen Bürger damit begannen, seine Stadt aus Angst um sich und ihre Kinder zu verlassen. Der angeblich konservative Ministerpräsident Reinfeldt spielte sich nach dem Schmierentheater um die sogenannte Gaza-Flotille zum Verteidiger der antisemitischen Aktivisten aus Schweden auf, die bei der Kampagne gegen Israel kräftig mitgemischt hatten. Und während die schwedischen Sicherheitskräfte Lars Vilks ganz kultursensibel zur Ausreise rieten, fabuliert der Journalist Boström im Aftonbladet über die aktuelle Ritualmordlegende, nach welcher israelische Soldaten Kinder ermorden, um sie anschließend profitgierig auszuweiden, eine Story, die viele der gut integrierten Migranten bereits gekannt haben dürften – sie wird ihnen tatäglich aus der alten Heimat über Satellit in die gute Stube gefunkt.

Nils Reises Text will den Leser für dumm verkaufen. Die Integration von oben funktioniert in Schweden genauso wenig, wie sie in anderen Ländern dieser Welt funktioniert. In Schweden dürfte es sogar noch um Längen schlechter stehen, da die Sozialdemokraten den zugehörigen Verwaltungsapparat über die Jahre in einem Maß aufblähen konnten, wie es in anderen Ländern gar nicht möglich war. Heute entscheidet sich, wie es in dem Land weitergeht: Entweder siegt die von Sozialdemokraten geführte Volksfront der außerdem die Grünen und die Kommunisten angehören oder Ministerpräsident Reinfeldt kann mit seinen Konservativen der Marke Merkel weiterregieren. Aber in beiden Fällen würde sich in dieser Frage wahrscheinlich wenig in Schweden ändern, denn in einem liegt Reise ganz richtig: Es herrscht die politische Korrektheit und darum stehen Probleme mit Migranten in Stockholm nicht auf der Tagesordnung. Ein wahrhaft vorbildliches Modell für den Rest des Kontinents!