IM Czerny alias Lothar dé Maziere behauptet, die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen. Für einen seinerzeit etablierten Rechtsanwalt, der mit einem solchen Statement sein eigenes Wirken in Frage stellt, ist das eine verständliche Aussage. Grundfalsch ist sie trotzdem.

Ob man in der DDR nämlich “Recht” bekam oder nicht, hing nicht vom Gesetz und der Justiz ab sondern von staatlicher Willkür, der jedermann ausgeliefert war, schon alleine weil er sich nur unter Einsatz seines Lebens dieser Willkür entziehen konnte, durch Flucht.

Nur Pfarrer und Rechtsanwälte blieben dort. Die einen wegen ihrer Schäfchen und weil eine Flucht eingedenk des besseren Lebens im Jenseits das Diesseits erträglich machte. Die anderen, wie Schnur, Gysi und deMaiziére bewegten sich bestenfalls in der Grauzone zwischen Mandanteninteresse und Stasi-Kumpanei. Bis heute werden sie selbst davon überzeugt sein, dass dieses Geschäftsmodell für die Opfer der Diktatur schlimmeres verhindert hätte. Rechtsstaatlich war es nicht.