Sofort nach Unterschrift des Koalitionsvertrages machte die Regierung sich an´s Sparen und schafft die Dienstwagen der Minister ab. Ab jetzt sollen sie lieber ein Taxi nehmen, die paar Meter zum Parlament am besten laufen, auch wenn die Sicherheit protestiert. Der Premier geht (im wahrsten Sinne des Wortes) mit gutem Beispiel voran. Der Premier ? Richtig, denn es handelt sich um Großbritannien. Gleichzeitig kauft die deutsche Bundesregierung für ihre “Flugbereitschaft” neue Flugzeuge für 1 Mrd. €.  Die können die Briten gar nicht mehr abschaffen, weil sie keine haben. Die Regierung fliegt British Airways. Selbst für die Queen wird in ein Linienflugzeug in der ersten Klasse ein extra dafür angefertigter Container eingebaut. Auch die königliche Yacht Britannia ist Geschichte.

Deutsche Minister brauchen natürlich einen Dienstwagen, um ihre Verbundenheit mit der deutschen Automobilindustrie zu symbolisieren. Ausserdem sind viele von ihnen im Panzer mit Begleitschutz unterwegs. Der schlägt dann auch gleich mit 500.000 € zu Buche. Und der gleiche Betrag ist für das Begleitfahrzeug vom BKA zu entrichten.

Dabei könnte der Umweltminister (der nicht Sicherheitsstufe 1 genießt) den Weg vom Ministerium zu Kanzleramt oder Bundestag prima mit dem Fahrrad zurücklegen. Der Wirtschaftsminister, der in der Opel-Affäre standfester geblieben ist, als gedacht, könnte den Weg von der Invalidenstrasse innovativ auf einem Segway zurücklegen. Der persönliche Referent folgt mit der Aktentasche. Berlin hat ein hervorragendes Nahverkehrssystem, die “Kanzlerlinie” kann der Politiker geradezu exklusiv nutzen un der nahegelegene etwa mit dem DB-Mietrad erreichbare Hauptbahnhof bietet die Chance, innerhalb von fünfhundert Kilometern jeden Ort binnen 4 Stunden zu erreichen. Die Bahn bietet mittlerweile für 29 € vor Ort einen Ford Fiesta an, mit dem man (vom Persönlichen gesteuert) auch Veranstaltungsorte erreichen kann, die mit der Straßenbahn oder dem Taxi schwer zu erreichen sind.

Ist die Veranstaltung so spät, dass der letzte ICE schon weg ist, ist das auch kein Problem. In dem Fall mietet man bei Sixt einen Dreier BMW oder eine Mercedes C-Klasse und der Mitarbeiter kann den Minister auch nach Mitternacht noch bequem nach Hause chauffieren. Über 500 km (also Köln, Stuttgart, München) darf der Minister gerne das Flugzeug benutzen. Weil die Termine ja meist langfristig feststehen, kann man bei Air Berlin, Lufthansa oder Germanwings günstige Preise erzielen.

Dann würde man allerdings über den Unsinn einer Flugverkehrsabgabe nachdenken. Was zu der Frage führt, wie hoch die Abgabe ist, die Kanzlerin und Minister entrichten, wenn sie mit der Luftwaffe umherfliegen.

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