Heute meldete sich die bekannte Verkehrssünderin und Sozialeule Margot Kässmann mit einem weiteren weltbewegenden Kommentar zu Wort. Dieses Mal geht es (natürlich) um die unglaubliche soziale Ungerechtigkeit in diesem Land und die Ex-Bischöfin stimmte mit voller Inbrunst in die aktuelle Klassenkampfrethorik ein. Gegen das Sparprogramm der Bundesregierung solle Widerstand geleistet werden:

“Als ich von der Streichung erfahren habe, habe ich mich gefragt, ob Hartz-IV-Empfänger weniger Würde als andere Menschen haben.”

Spiegel Online war aber so freundlich kurz darauf zu vermelden, was die hiesige Verquickung von Staat und Kirche die Bürger kostet: 442 Millionen Euro zahlen die Bürger für die Gottesanbeter beider Konfessionen und sorgen mit der Besoldung von Finanzbeamten außerdem dafür, dass die Mitgliedsbeiträge der Kirchen auch durch die Steuerbehörden eingezogen werden.

Ganze 30 Millionen Euro lässt sich das Land Niedersachsen die Eskapaden von Frau Kässmann und ihren protestantischen Kollegen kosten und die katholischen Bischöfe kommen mit einer so selten dämlichen Begründung ihrer Privilegien daher, dass es dem kleinen Steuerzahler den Atem verschlagen sollte: Der Staat zahle auf diesem Wege zurück, was er den Kirchen vor 200 Jahren genommen habe. Mit anderen Worten: Die Bürger sollen gefälligst bis in alle Ewigkeit für den Reichsdeputationshauptschluss, die Säkularisation der geistlichen Herrschaften zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Deutschland, zahlen.

Die Kirchen verlieren immer mehr Mitglieder, die Gottesdienste sind gähnend leer, die Kirchenoberen treten vor allem durch sexuellen Missbrauch, Alkohol am Steuer und primitiven Antikapitalismus hervor. In diesem Zustand hat man sich bequem eingerichtet, finanziert werden kann er durch Privilegien aus Napoleonischer Zeit und die Unterwanderung der Trennung von Kirche und Staat. Eine Rechtfertigung existiert dafür nicht. Die Politik sollte diesen Zustand endlich beenden. Dann könnten die Kirchen auf dem Boden der Tatsachen und gemeinen Bürger ankommen und müssten endlich etwas leisten für ihre Bezahlung.

Frau Kässmann sollte das freuen, denn es lohnt sich nicht nur für die Steuerzahler, es wäre vor allem gerecht!