Nachdem der neue Bundesgesundheitsminister einen “Lobbyisten der privaten Krankenversicherung” zum Chefbeamten gemacht hat, macht er nun die Arbeit des treuen Stachels im profitgierigen Fleisch der Pharmaindustrie  zunichte, die der im Diesel Audi Q7 verrichtete, weshalb eingereichte Quittungen für Rasenmäherbenzin übel aufstiessen. Peter Sawickis ist Leiter des Instituts für das Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen und sein im August auslaufender Vertrag wird von der Klientel-Regierung nicht verlängert. Eine Rolle spielte auch, dass der Don Quichote im Kampf gegen die Windmühlen der Pharma-Lobby über 1000 € Spesen falsch (zu seinen Gunsten) abgerechnet hatte. Das Institut ist eine Einrichtung, die von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert wird und feststellen soll, welche Behandlungen wirksam und ihren Preis wert sind und welche nicht. Kommt das Institut zu einer negativen Entscheidung, so stellen die Kassen die Erstattung ein oder erbringen sie erst gar nicht.

Was sich auf den ersten Blick als wirksames Instrument gegen die Verschwendung darstellt, ist auf den zweiten nur ein Bestandteil der Zentralverwaltungswirtschaft im Gesundheitswesen, die viel zu viel Geld falsch ausgibt.

Schließlich sind Ärzte und Kliniken keine Institute zur Steigerung von Umsatz und Gewinn der Pharma-Industrie. Sondern wohl dem Patienten und seiner Gesundheit verpflichtet. Wer keine Zwei-Klassenmedizin will, der müsste dem Arzt die Entscheidung überlassen, welche Therapie wirkt und welche für welchen Patienten in Frage kommt.

Denn nur der Arzt kennt den Patienten und seine Geschichte und möglichst auch die beste Therapie. Wirksame Qualitätsverbesserung und Steigerung der Wirtschaftlichkeit müssten also beim Arzt ansetzen und ihn in den Stand versetzen, weniger geeignete Therapien zu erkennen und nicht weiter anzuwenden.

Das “Institut” dagegen vertritt seine Klientel. Nicht die Patienten, nicht die Leistungserbringer, sondern die Kassen, die vermeintlich alles bezahlen. Was sie ja gar nicht tun, schließlich leben sie von Zwangsbeiträgen, die der werktätigen Bevölkerung jenseits der Beitragsbemessungsgrenze abgenommen werden.

Das Institut ist ein Instrument zur Reduzierung von Wissen. Es bremst den wissenschaftlichen Fortschritt, auch weil sich die mangelnde Wirksamkeit eines neuen Medikaments leicht beweisen lässt, und die Qualitätssteigerung durch mehr Lebensqualität schlecht messbar ist.

Ein solches Institut ist dann überflüssig, wenn der Patient an den Kosten der Behandlung beteiligt wird. Die sollte ihm das übliche Leben nicht versauern, aber im Einzelfall sollte die Steigerung der Lebensqualität einem auch etwas wert sein. Wer zuwenig verdient, muss natürlich ausgeschlossen bleiben.

Schließlich merkt der Mensch selbst am schnellsten, was ihm guttut und was nicht wirklich hilft. Ganz ohne Dienstwagen, Spesenabrechnung und Rasenmäherbenzin.