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Momentan komme ich aus beruflichen Gründen nicht so oft zum Bloggen. Da bin ich froh, wenn ich unseren treuen Lesern wenigstens interessante Links anbieten kann. Gestern erklärte das bekannte neoliberale Qualitätsmedium aus Kreuzberg kurz und bündig, warum Mindestlöhne Arbeitsplätze vernichten. Chapeau TAZ!

Dass sich rechte Zeitgenossen mit Deutschen schwer tun, deren Stammbaum nicht bis zu Armin dem Cherusker zurückreicht ist so bekannt wie betrüblich. Seltener wird linker Alltagsrassismus thematisiert. Der rot-grüne Besssermensch mag sie ja auch, seine “persons of color”. Er hat sie gerne als Opfer von Diskriminierung, um die er sich kümmern kann (besonders gerne gegen Bezahlung), und vor allem als treue Parteigänger im linken Spektrum.

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Hamed Abdel-Samad wird mit dem Tod bedroht, weil er bei einem Vortrag in Kairo über faschistische Tendenzen im Islam sprach. Die Reaktionen der deutschen Qualitätsjournalisten sind eher lauwarm. Komisch eigentlich, wo man in den Redaktionstuben doch sonst bei jeder Gelegenheit mahnende Zeigefinger erhebt. Immerhin ist hier die Meinungsfreiheit in Gefahr. Jetzt hatte ein Medienschaffender den Mut offen zu benennen, warum das so ist: Read the rest of this entry »

Und hier der Versuch des verlogenen Schmierlappens Daniel Bax, Najafi ein “Ja, ich bin selbst schuld” zu entlocken.

Denis Yücel hält in der Taz erstaunliche Erkenntnisse zum Mord an Arzu Özmen fest:

“Der Fall widerlegt die verbreitete Annahme, Bildung sei der „Schlüssel zur Integration“, er widerspricht sogar der Annahme, dass es um „Integration“ – mehr „Integration“ als Freiwillige Feuerwehr in Detmold geht nicht. Der Fall widerspricht dem vulgärmarxistischen Lehrsatz, dass allein das gesellschaftliche Sein das Bewusstsein bestimme. Er überführt die reflexhaft vorgetragene – und zynische – Behauptung, dass Ehrenmorde und Zwangsehen nichts mit Religionen zu tun hätten, sondern Ausdruck patriarchaler Verhältnisse seien, die im Übrigen auch in anderen Gesellschaften herrschten.”

Vor nicht allzu langer Zeit wäre Yücel mit dieser simplen Feststellung ein rechtspopulistischer Stammtischler gewesen. Dass ich in meinem Kommentar zu dem Fall die “taz-Eliten” als typische Wegkucker ausgemacht habe, tut mir nach diesem Text fast schon leid, aber immerhin weist Yücel selber darauf hin, dass die Taz den Mord an Arzu bisher eher stiefmütterlich behandelt hat.

Die taz macht sich bekanntlich immer wieder große Sorgen über das “Profil” der ihnen nahe stehenden ergo linken Parteien. Dabei wird nach jedem intellektuellen Strohhalm gegriffen, so abgekaut er auch sein mag und so verwundert es nicht weiter, dass mehrere taz-Autoren auf dem gleichen Halm herumkauen. Im Frühjahr durfte Waltraud Schwab ran und das Buch “The Spirit Level” der britischen Sozialisten Kate Pickett und Richard Wilkinson abfeiern, in dem behauptet wird, Gleichheit sei wichtiger als Freiheit. Als Schwabs begeisterter Artikel in der taz erschien, wunderte ich mich etwas über die Thesen der beiden angeblichen Wissenschaftler und stellte mit wenigen Google-Anfragen fest, dass Wilkinson in einem Artikel für den Guardian feststellt, dass Kuba besonders gleich und damit besonders gut sei.

Jetzt darf Stefan Reinecke ran und das Comeback eines “alten Wertes” bejubeln. Leider liegt bisher noch immer kein vergleichbar dämliches Buch vor und so musste sich Reinecke “The Spirit Level” von seiner Kollegin Schwab ausleihen und ganze sieben Monate später noch einen begeisterten Text zu dem britischen Buch abliefern. Und er legt sich ordentlich ins Zeug: Konservative und Neoliberale Feinde, höhere Lebenserwartung in Bangladesch als in Harlem: Read the rest of this entry »

Kübra Yücel ist ziemlich jung, beherrscht die deutsche Sprache einwandfrei, glaubt an den Propheten Mohammed und trägt ein Kopftuch. Damit ist sie ausgezeichnet für eine Kolumne bei der Taz, dem “Kinderstürmer aus Kreuzberg” qualifiziert. Denn der jungen Frömmlerin geht die Religion über alles: Sie gründet Netzwerke für Muslime, sorgt dafür, dass die Taz sich zum Thema “Islamophobie” selber interviewen kann, brüllt anlässlich des Propaganda-Coups der Gaza-Flotte auf Londons Straßen “bis ihr die Stimme versagt” mit radikalen Israelhassern “Free, free palestine” und stellt in Londoner Bekleidungsgeschäften neue Rassentheorien mit religiösem Hintergrund auf. So fixiert auf die Religion bleibt nur die Frage, was Kübra überhaupt bei der Taz macht. Wie kommt es, dass ein linkes Blatt, das sonst (mit Ausnahme des deutschen organisierten protestantischen Establishments, das ganz einfach auch links ist) kein gutes Haar an katholischen Betonkels oder evangelikalen Eiferern lässt, sich so auf eine Religion stürzt, um sie zu umarmen und nicht, um sie zu entlarven? Wann werden die ersten Kooperationen mit Kreuz.net, Scientology oder Idea beschlossen, damit auch deren Anhänger ihre komischen Glaubensvorstellungen gegenüber den Lesern der Taz vertreten können?

PS: Lila nimmt sich der Sache angemessen an.

Der “Kinder-Stürmer aus Kreuzberg” (Broder) ist bekanntlich total funky und darum wechselt die Redaktion auch mal für eine Woche ihre Spitze aus. Zur Chefin wurde Jungspund Katharina Strothmann gewählt und die eigentlichen Chefs sind nur noch ihre einfachen Mitarbeiter. “Von unten nach oben” nennt die Taz dieses Konzept und ein Blick auf die Kommentarseite zeigt: Der Name stimmt völlig. Denn genauso wie beim gelegentlichen Ausfegen eines Zimmers allerlei unangenehme Überraschungen von unten nach oben befördert werden, bugsierte die hippe Interims-Redaktionsleitung jede Menge geschriebenen Mist unter das Label “Debatte”. Ein ganz besonders albernes Stück Primitiv-Propaganda im Klassenkampfjargon liefert Katharina Sass unter der Parole “Bastion Gymnasium stürzen!” ab und ohne das Taz-Logo könnte der Leser denken, er habe sich auf die Seiten des Nachrichtenmagazins Titanic verirrt.

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