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Der Lieblingsort meiner Kindheit war die Studentensiedlung. Anders als in der elterlichen Wohnanlage drohten dort keine Rentner mit der Polizei, wenn man Terrassen und Balkone in das Versteckspiel miteinbezog. Die Bewohner sperrten ihre Türen selten ab und störten sich nicht daran, wenn eine Horde Kinder auf der Flucht vor dem “schwarzen Mann” durch ihre verdreckten Buden stürmte. Überhaupt waren Studenten toll. Die Männer hatten Bärte und lange Haare wie Piraten, und wenn es Piratinnen gegeben hätte, dann hätten sie ausgesehen wir die Studentinnen mit ihren wild wuchernden Mähnen und den bunten Batik-Klamotten. Read the rest of this entry »

Wer hätte gedacht, dass sich ein Augenzwinkern so schnell in einen erhobenen Zeigefinger verwandeln kann: Samanthas Revolte gegen Verhüllungszwang und Sexverbot ist stumpfester Kulturchauvinismus. Die selbstironische Distanz, mit der die “SATC”-Frauen ihre kapitalistische Zurichtung zu Konsumpuppen betrieben, ihre coolen Gesten des gespaltenen Bewusstseins, das zwischen Feminismus und Zynismus vermitteln konnte, sie sind plumper Agitation gewichen. Die entrüsteten Muslime, die schwitzende Riesendekolletees bei Tisch als Affront empfinden, werden als Knallchargen der Reaktion gezeigt – dabei sind sie nur sittsam und kultiviert.

Diesen emotionalen Ausbruch erlitt SPON-Redakteur Daniel Hass bei der Besprechung von „Sex and the City 2“. Den Kommentaren unter dem Artikel nach zu urteilen ist er mit seinem Entsetzen über westliche Schlampen, die sittsame Araber mit kulturchauvinistschen Dekolletees terrorisieren, nicht alleine. In solchen Momenten wird mir bewusst, wie viele total verklemmte und zutiefst sexistische Linksspießer ich in meinem Leben schon kennengelernt habe. Woran kann das liegen? Read the rest of this entry »

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