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Deutsche Politiker wünschen sich die Vereinigten Staaten von Europa und achten dabei nicht auf die simple Tatsache, dass diese franko-teutonische Idee in einigen europäischen Ländern vielleicht gar nicht so gut ankommt. Zumindest mit den Briten und den Schweden wird ein Superstaat kaum durchsetzbar sein. Und die Inselnation hat gestern schon einmal den Anfang gemacht. Read the rest of this entry »

Die Briten werden heute an die Wahlurnen gebeten, um über ihr Wahlsystem abzustimmen. Das Referendum war Koalitionsbedingung der Liberalen, die langfristig ein kontinentales Proporzsystem anstreben, “Alternative Vote” soll eine Etappe auf dem Weg dorthin darstellen. Die hiesigen Medien sind sich einig, das geltende britische Merheitswahlrecht kann einfach nicht “gerecht” sein und “Gerechtigkeit” ist bekanntlich das wichtigste Kriterium bei allen politischen Angelegenheiten. Aber wenn es auch ungerecht erscheinen mag, dass “popular vote”, also der proportionale Stimmanteil, und das Resultat in Mandaten so weit auseinander liegen, so kann niemand, dem der Wählerwille wirklich am Herzen liegt, bestreiten, dass “First past the post” dem Wähler mehr Macht in die Hände gibt. Read the rest of this entry »

Es ist nicht leicht, Korrespondent eines linken Magazins in einem Land zu sein, das von Linken abgrundtief verachtet wird. Da kann vieles schiefgehen in Sachen Oberstübchen und Realität. Die in die Welt gesandten Inquisitoren des Spiegels sind da ein hervorragendes Beispiel, die Herren Pitzke und Schmitz zeigen es in Amerika, Frau Putz in Israel und Carsten Volkery und Marco Evers in Großbritannien. Ihre linken Überzeugungen und die durch und durch deutschzentrierte Sicht der Dinge lassen nur Verachtung für die Länder zu, in denen sie arbeiten. Und auch die Titelgeschichte des Spiegel an diesem Montag speist sich aus diesen Gefühlen, denn anders lässt es sich nicht erklären, warum zu Recht hochbezahlte Journalisten so bereitwillig die eigene Arroganz, Unkenntnis und Bigotterie zur Schau stellen müssen. Read the rest of this entry »

Spiegel Online interviewt Tim Jackson, Mitglied des britischen Ablegers der Morgenthau-Partei. Der angebliche Wirtschaftswissenschaftler tritt für einen neuen Wachstumsbegriff und einen allgemeinen Verzicht ein, um nachhaltig zu wirtschaften. Die üblichen esoterischen Theorien werden aber von einer Chuzpe gekrönt, die aus Deutschland Dank der Linkspartei wohlbekannt ist: Jackson schimpft über die falsche Politik der letzten Jahre, aber zwischen den Zeilen kommt dann doch raus, dass Jackson Berater der Labour-Regierung war, die immerhin von 1997 bis 2010 an der Macht war. Read the rest of this entry »

Carsten Volkery ist London-Korrespondent von Spiegel Online und in dieser Position arbeitet er sich -der Doktrin seines Arbeitgebers entsprechend- ausgiebig an den regierenden Tories ab. In dieser herrlich überflüssigen Artikelsammlung über angebliche “globale Sarrazins”, darf sich Volkery über den höchstgefährlichen ehemaligen Chef der UK Independence Party auslassen, was er mit viel Unkenntnis und jeder Menge Ideologie tut. Denn Nigel Farage will, dass sein Land aus der glorreichen EU austritt und das kann jemand, der beim Spiegel arbeitet nicht gestatten. Denn genauso wie sein Kollege Schmitz Obama deswegen bejubelt, weil er für eine vermeintliche Europäisierung der USA steht, ist die EU für Volkery deswegen toll, weil sie für die Kontinentalisierung des Vereinigten Königreichs steht. In sozialer und rechtlicher Hinsicht sind angelsächsische Länder für jeden strammen linken Sozialnationalisten ein wahrer Graus – Unabhängigkeit, Freiheit, Eigenverantwortung, ein gesundes Misstrauen gegenüber der Regierung und ein beharren auf so kulturunsensiblen Dingen wie der freien Rede sollen durch europäische Werte wie Solidarität, soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Regulierung und Vertrauen in die Politik ersetzt werden.

Nebenbei beweist Volkery, dass ein Wohnsitz noch lange keinen Kompetenz erzeugt: Seine Unkenntnisse der englischen Politik offenbart er, indem er Margaret Thatcher zwei Jahre länger regieren und etwas tun lässt, was die Iron Lady nie getan hätte.

Update 23.1.2011: Der Artikel wurde geändert und Volkerys Fehler still und heimlich entfernt. Im Artikel heißt es jetzt:

“Farage war 1992 aus der konservativen Partei ausgetreten – aus Protest gegen die Unterzeichnung des Maastricht-Vertrags durch die Tory-Regierung.”

Zuvor hatte Carsten Volkery behauptet, Margaret Thatcher sei für die Unterzeichnung des Vertrages verantwortlich gewesen. Die Iron Lady war zu diesen Zeitpunkt bereits zwei Jahre aus dem Amt.

Dieses Problem hatte Sarrazin gestern auch angesprochen. Nach den Reaktionen des Panels handelte es sich um eine rechtsradikale Lüge. Schön wär’s:

The greatest taboo: One woman lifts the lid on on the tragic genetic consequences of when first cousins marry

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