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Es wird eine neue Sau von Medien und Politikbetrieb durch das Dorf Deutschland getrieben: Die Vergangenheit des Auswärtigen Amts. Das war -zum Erstaunen aller- im Dritten Reich nämlich in der Hand der Nazis.

Es mag zunächst wie eine Binsenweisheit klingen, aber Politik und Medien scheinen wirklich überrascht zu sein. Was dachten sie sich denn, was während der Reichskanzlerschaft Hitlers im AA vor sich ging? Wusste diese Clique von Vergangenheitsbewältigern (“Nie wieder…”, “Wehret den Anfängen…”) nichts von den Taten des Außenministers von Ribbentrop, der sich bei den Verbündeten Deutschlands an vorderster Front dafür einsetzte, die Judengesetzgebung Deutschlands zu übernehmen? Der mit seinem sowjetischen Kollegen die bis 1990 andauernde Fremdherrschaft über große Teile Osteuropas einleitete? Wussten sie nicht, dass es das AA war, das für die Juden in den Gebieten, die im Westfeldzug besetzt worden waren, zuständig war? Und was dachten diese Experten, warum Ribbentrop nach dem Krieg sein verdientes Ende an einem Galgen fand?

Details in dem Bericht mögen neu sein, aber die Tatsache, dass das Auswärtige Amt einer der willigsten Vollstrecker der Wünsche Hitlers war, ist weder neu noch überraschend! Die Tatsache, dass diejenigen, die sonst schnell die deutsche Geschichte hervorkramen, um mit ihr zu argumentieren, offenbar keine wirkliche Vorstellung von den Begebenheiten im Nationalsozialismus haben, ist bezeichnend für die personelle Qualität in Medien und Parteien.

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