You are currently browsing the tag archive for the ‘England’ tag.

David Starkey ist ein britischer Historiker und gehört zu den profiliertesten Kommentatoren im britischen Fernsehen. Er wuchs in Zuständen auf, die wirklich etwas mit dem Begriff Armut zu tun haben, er ist ein Tory und lebt mit einem Mann zusammen, ohne daraus eine große Sache zu machen und wenn jemand etwas über die Geschichte der britischen Monarchie wissen möchte, dann sind Starkeys Bücher und Filme eine gute Adresse. Viel wichtiger ist aber, dass Starkey kein Blatt vor den Mund nimmt und auch Dinge anspricht, die den behutsam gepflegten gesellschaftlichen Konsens ins Wanken bringen. Read the rest of this entry »

Damit soll es das dann auch alles zu den Vorgängen in England gewesen sein, aber diesen Artikel von Spiegel Online sollte niemand verpassen. Lächerlicher kann man für Kriminelle wirklich nicht versuchen, Verständnis aufzubringen: Read the rest of this entry »

Im “Wirtschaftsteil” von Spiegel Online wird im Zusammenhang mit der Randale in England mal wieder ein alter sozialistischer Taschenspielertrick hervorgekramt, der immer wieder von den Freunden der Umverteilung und Staatsunterstützung gebracht wird: Die Sache mit der Schere. Von Linken wird es als gefährlicher sozialer Sprengstoff betrachtet, wenn die niedrigsten und die höchsten Einkommen weit auseinanderklaffen. Dabei wird die Schere als fix betrachtet, man tut also so, als würde ihr unterer Teil an der Skala festgeklebt werden und sie sich nur nach oben immer weiter öffnen. Leider ist dieses Bild großer Unsinn. Wie auf dem Bild unschwer zu erkennen ist, wachsen auch die unteren Einkommen. Mit anderen Worten: Die Schere bewegt sich auch insgesamt nach oben. Spiegel Online fällt dazu nur das hier ein: Read the rest of this entry »

Während in England der Mob tobt und sich mit gestohlenen Luxusgütern eindeckt, sind nicht alle Briten bereit, sich der Gewalt zu beugen. In Birmingham wurden drei Personen, die ihr Geschäft schützen wollten, von einem Auto umgefahren und sind gestorben. Besonders auffällig sind die Sikhs, die nicht nur wegen Bart und Turban hervorstechen: Sie pflegen die Tradition des Empire auf ihre Art und stehen mit Schwertern und Hockeyschlägern vor Geschäften und Tempeln Wache. Ich vermute, dass sich die “yobs” nicht an diese Orte trauen.

Bei den Bildern, die jetzt gerade aus London um die Welt gehen, erinnern an die Unruhen in Paris vor einigen Jahren. Dem Korrespondenten der taz, der bezeichnenderweise in Dublin hockt, fällt dazu nicht viel ein, das meiste ist auch unwichtig, aber der letzte Absatz, der sagt alles aus über die Gedankenwelt eines neulinken Totalitärspießers:

“Das [Blabla] ist keine Entschuldigung für abgefackelte Fahrzeuge und Plünderungen, aber es ist ein Zeichen der Desillusionierung in benachteiligten Vierteln wie Tottenham, wo die Ausgaben für Einrichtungen für Jugendliche im Zuge der Sparmaßnahmen in diesem Jahr um 75 Prozent gekürzt worden sind.”

Wie kommt dieser Blödmann auf diesen hirnrissigen Zusammenhang? Er ist nicht in London und hat mit keinem der Randalierer gesprochen, er hat auch keine anderen Belege für seine Behauptung, er stellt sie einfach in den Raum, so wie ein Kleinkind, dass darauf beharrt, dass der Mond ein großer Käse ist. Die britischen Zeitungen haben mittlerweile eine ganze Reihe von Fotos der Banditen veröffentlicht, die in England zur Stunde Amok laufen. Und es ist schon sehr interessant, weil es gar nicht in die Welt eines taz-Schreibers passt: Vor allem Luxusprodukte wie Markenkleidung oder Unterhaltungselektronik waren das große Thema unter den Randalierern. Plünderungen, völlig sinnfreie Zerstörungswut und eine perverse Lust auf eine gepflegte Gewaltorgie sind die einzigen Motive dieser Gangster. Einer von ihnen hat jetzt auch ein schönes Bild von sich und seiner Beute veröffentlicht: Videospiele, Kleidung, Elektronik und Calvin Klein-Parfum. So drückt sich die herbei fantasierte Desillusionierung aus, wenn in “benachteiligten Vierteln” Ausgaben für “Jugendliche” gekürzt werden? Das ist so großer Käse, dass ihn Herr Sotschek im fernen Dublin nicht einmal selber glauben dürfte, denn wenn es diesen Herrschaften so sehr um ihren Stadtteil ginge, dann hätten sie ihn nicht in Schutt und Asche gelegt. Und eins ist sicher: Tottenham ist im jetzigen Zustand mehr als benachteiligt.

Frank Plasberg wäre begeistert:

“They had been looking forward to their half-term excursions for weeks.

But dozens of children have been barred from school trips to a safari park, football ground and indoor ski centre because their parents are too well-off.

Families said their children had been left in tears, unable to understand why they were banned from going on trips with their friends.”

Nett, oder? In England kümmert man sich so sehr darum, den Zustand sozialer Gerechtigkeit zu erreichen, dass es die Schulen gar nicht mehr interessiert, wer dabei über die Klippe fällt.

Poor Britannia…

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 646 other followers