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Taz und Spiegel sind natürlich erbost darüber, dass die dänische Regierung ihre Fettsteuer nun wieder abschaffen will und ihre Versuche, sich auf diese Weise in den Speiseplan der Dänen einzumischen, einstellt. Denn wer sonst soll den dummen Bürger darüber aufklären, wie er sich zu ernähren hat? Svenja Bergt offenbart in der Taz nicht nur das Ressentiment der gefühlten Elite gegenüber dem Plebs im Discounter, sondern auch eine grundlegende Unfähigkeit, das Problem dieser Steuer zu erkennen. Es war keine Lobby, die das Gesetz kippte, sondern die Tatsache, dass die Dänen sich nicht von der Regierung schlank pflegen lassen wollten und ihre fetthaltigen Lebensmittel im Ausland erwarben, selbst wenn sie dabei draufzahlten.

Um die Wichtigkeit der Steuer auszudrücken zitiert Spiegel Online nochmal irgendeinen UN-Berichterstatter, der dem Menschenrechtsrat (!) empfahl, Chips zu verteuern.

Wenn der Unispiegel beim Thema staatliche Förderung von Studenten  streng „Luxussorgen“ diagnostiziert, dann lässt das aufhorchen. Die Akademiker-BILD hat einen Blick nach Dänemark getan, und dort gar unerhörtes entdeckt: Sofie Viborg Jensen, die wie jeder studierende Däne 700 Euro im Monat vom Staat erhält, hat sich in einer Zeitungskolumne darüber beschwert, dass ihr das nicht genug ist. Ihr fehlen die „Kleinigkeiten“, wie das „Bier am Wochenende oder einfach so und ohne Überlegen eine Latte bestellen“. Arbeiten gehen will sie nicht, dafür ist ihr Studium der Sozialwissenschaften zu „zeitintensiv“.  Read the rest of this entry »

Ein FDP-Minister fordert die Deutschen auf, nicht nach Dänemark zu reisen? Tolle Idee, Herr Hahn, aber gestatten sie mir, ihre Aufforderung in den Wind zu schießen. Nächste Woche werde ich die deutsch-dänische Grenze überschreiten und gleich danach die dänische Wirtschaft mit dem Kauf von 1-Liter-Joghurt-Packungen und dem Verzehr von Pölser-Hotdogs mit Röstzwiebeln stärken.

Grenzkontrollen? Sind mir egal und sie sollten sie eigentlich nichts angehen. Wenn es ihnen so wichtig ist, dann sollten sie nach Dänemark ziehen und versuchen, einen Sitz im Parlament zu erlangen. Dann und nur dann haben sie das Recht und die Möglichkeit, etwas gegen die Aussetzung des Schengen-Abkommens zu unternehmen. Wenn sie das nicht tun, sollten sie einfach die nächsten Wahlen abwarten, wenn die Dänen keine Grenzkontrollen wollen, dann werden sie für eine Partei stimmen, die sie auch nicht will. Ansonsten einfach mal die Fresse halten!

Die EU droht Dänemark mit einer Klage, da das Land gegen EU-Verträge verstoße. Das ist bemerkenswert, ebenso wie die ständige Benutzung des historisch ziemlich eindeutig besetzten Wörtchens Reisefreiheit, das implizieren soll, die Regierung in Kopenhagen plane das Danewerk im Stile der zweiten deutschen Diktatur wiederzuerrichten. Viel interessanter ist aber die Erregung über einen Vertragsbruch, denn die EU-Staaten halten von Verträgen sonst reichlich wenig. Der EU-Rettungsfonds für de facto bankrotte Staaten verstößt zum Beispiel eindeutig gegen EU-Recht, aber er wird einfach durchgedrückt, Kritik wird nicht zugelassen, das Wörtchen “alternativlos” wird bemüht. Read the rest of this entry »

Die Dänen wollen ihre Grenzen kontrollieren. Das passt der EU nun gar nicht, schließlich übt damit ein Land ein Recht aus, dass Brüssel auf nationaler Ebene abgeschafft und am liebsten in die eigenen Hände genommen hätte. Jetzt will Cohn-Bendit, dass die Dänen ein Visum beantragen, um in andere EU-Staaten einzureisen. Wenn sie sich Brüssel ergeben entfällt dieser Schritt natürlich.

Bei der ersten “Weserübung” wurde ähnlich vorgegangen: Die damaligen großen Einiger Europas unter einer Flagge forderten die Dänen zur kampflosen Kapitulation auf, damit das Land “friedlich besetzt” werden kann.

Offene Grenzen sind eine schöne Sache, aber das letzte Wort sollte in dieser Frage eine gewählte Regierung haben.

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