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Wer hätte gedacht, dass sich ein Augenzwinkern so schnell in einen erhobenen Zeigefinger verwandeln kann: Samanthas Revolte gegen Verhüllungszwang und Sexverbot ist stumpfester Kulturchauvinismus. Die selbstironische Distanz, mit der die “SATC”-Frauen ihre kapitalistische Zurichtung zu Konsumpuppen betrieben, ihre coolen Gesten des gespaltenen Bewusstseins, das zwischen Feminismus und Zynismus vermitteln konnte, sie sind plumper Agitation gewichen. Die entrüsteten Muslime, die schwitzende Riesendekolletees bei Tisch als Affront empfinden, werden als Knallchargen der Reaktion gezeigt – dabei sind sie nur sittsam und kultiviert.

Diesen emotionalen Ausbruch erlitt SPON-Redakteur Daniel Hass bei der Besprechung von „Sex and the City 2“. Den Kommentaren unter dem Artikel nach zu urteilen ist er mit seinem Entsetzen über westliche Schlampen, die sittsame Araber mit kulturchauvinistschen Dekolletees terrorisieren, nicht alleine. In solchen Momenten wird mir bewusst, wie viele total verklemmte und zutiefst sexistische Linksspießer ich in meinem Leben schon kennengelernt habe. Woran kann das liegen? Read the rest of this entry »

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