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Beim Businnes-Lab des dritten deutschen Israelkongresses ging es um Start-Ups in Berlin und Tel Aviv. Es war viel von Synergien und Chancen die Rede, auch weil beide Städte trotz eindrucksvoller Gründerszenen noch Luft nach oben haben. Besonders aufschlussreich waren die Präsentationen, die sich der unterschiedlichen Geschäftskultur widmeten. Die mehrheitlich israelischen Vortragenden bewunderten den deutschen Perfektionismus, merkten aber auch an, dass Risikoaversion und übertriebenes Sicherheitsdenken aus ihrer Sicht echte Bremsen für das deutsche Start-Up-Wunder sind. Read the rest of this entry »

Nazi-Alarm bei der SZ: In gleich zwei Artikeln wird heute die Vereinnahmung der Weißen Rose durch Michael Stürzenberger, einen der lautesten Aktivisten der Partei „Die Freiheit“, beklagt. Stürzenberger will die legendäre Widerstandsgruppe erneut gegründet haben, diesmal um den muslimischen Horden die Stirn zu bieten. Die SZ findet die Gleichsetzung von Islam und Nationalsozialismus natürlich “krude” und empörend. Das erstaunt ein wenig wenn man weiß, dass die Herabwürdigung der CSU als Nazipartei von heute in der bajuwarischen Linken eine lange Tradition hat, die auch in den Kommentarspalten des Neuen Süddeutschland gerne gepflegt wird. Aber nicht nur weiß-blaue Ausländerfeinde und Genossen, auch die Hauptstadteliten sind beim viel zitierten Lernen aus der Geschichte erstaunlich kreativ. Read the rest of this entry »

Während im übrigen Europa Parallelgesellschaften ihr blutiges Haupt erheben gibt es aus Deutschland erfreuliches zu berichten. Mensch_Innen mit Migrationshintergrund und Deutsch_Innen kämpfen gemeinsam für soziale Gerechtigkeit. Das zumindest glaubt man beim Tagesspiegel, der uns unter dem launigen Titel „Die Wütbürgür“ über Mietproteste in Kreuzberg informiert. Read the rest of this entry »

Hauptstadt-Glamour, Fashion-Week und Berlinale-Schick täuschen nicht darüber hinweg. In Charlottenburg und Zehlendorf, im Roten Rathaus und im Abgeordnetenhaus riecht es nach dem Mief der Spießigkeit, die sich im durchsubventionierten West-Berlin unter der Käseglocke während der Mauerzeit gebildet hat. Der frische Wind, der durch die Außerbetriebnahme der Braunkohleöfen im Osten auch durch die Karl-Marx-Allee wehte, weckte auch in der früheren Hauptstadt der DDR nur die Illusion der Weltoffenheit. In Wirklichkeit war man auch hier genauso spießig – nur irgendwie anders. Die Molle kam von Berliner Pilsener und nicht von Schultheiss. Das war es dann aber auch schon. Read the rest of this entry »

Ach, wenn sie doch immer so drauf wären, aber sie sind nur säkular, wenn der alte Mann aus Rom kommt, dessen Armee aus ein paar Schweizern besteht, die zwar kämpfen können, aber froh sind, wenn sie nur im buntem Putz auf den Mann aufpassen und seine bescheidene Hütte bewachen müssen. Bei den anderen sind sie da schon toleranter, bei den Handabhackern, den Schwule-Lynchern, den kleine Mädchen-Verätzern oder auch Juden-Köpfern. Da schweigt das Pack dann doch lieber, weil gerade in Berlin immer mit Sympathisanten dieser Religion des Friedens gerechnet werden muss, die nicht die andere Wange hinhalten, sondern mit einem gepflegten Roundhouse-Kick auf den Versuch einer theologischen Diskussion reagieren könnten. Aber es ist ja nur der Papst und der lächelt vor allem, winkt und spricht immerzu von Liebe, Frieden und manchmal sogar auf Latein, das man auf der Gesamtschule doch so bequem abwählen konnte. So eine Witzfigur lädt all die Pfeifen, die sich sonst in das Fahrtwasser der Gewalt oder des linken Zeitgeistes stellen, doch geradezu zum Protest ein. Read the rest of this entry »

Es ist völlig klar, das Wort “populistisch” bedeutet rein gar nichts mehr. Es ist zu einem reinen Kampfbegriff verkommen, der je nach Bedarf auf Personen und Meinungen angewendet wird, die nicht in den linken (oft auch als “linksliberal” bezeichneten) politischen Mainstream passen. Die Stimmen gegen den organisierten Rechtsbruch der Regierung in Sachen ESM, die in der FDP laut wurden, sind nach diesem Prinzip natürlich populistisch. Genauso wie Sarrazin vor einem Jahr. So wie Kritik an Religionen, nein eigentlich nur einer einzigen ganz bestimmten Religion, der Papst und Scientology dürfen mit gutem Gewissen verteufelt werden. Es ist populistisch, wenn jemand nicht an den esoterischen Mist einiger Weltuntergangsfreaks glaubt, die meinen, dass der Mensch in den letzten 40 Jahren die Erde zu stark aufgeheizt hat. Es ist populistisch zu glauben, dass Staaten kein naturgegebenes Recht haben, ihren Bürgern soviel Kohle wie nur möglich wegzunehmen. Es ist populistisch zu glauben, dass jemand, der einen festen Job hat, monatlich mehr Geld haben sollte als jemand, der nicht arbeitet. Es ist populistisch, dem Bürger zu viel Verantwortung aufzubürden. Read the rest of this entry »

Es ist ja bekannt, wie tolerant die Stadt Berlin ist. Schließlich steht ihr Regierungschef auf Kerle und ist ein echtes Partytier, da ist kein Platz für Ressentiments und Hass, wenn man von den Gefühlen absieht, die bei den Bürgern entstehen, die mitbekommen, wie viel von ihrem sauer verdienten Geld im staatlich geförderten Moloch namens Hauptstadt versickert. Die notorisch auf Pump lebende Hippster-Metropole leistet sich nicht nur Biotope jeder nur erdenklichen “alternativen” Szene, sie verfügt auch über ein Reservoire, das ganz im Sinne der Globalisierung auch mit Einwanderern aufgestockt wurde: Antisemiten. Nun ist es kein Geheimnis, dass einige Ghettokids ihre aus der Heimat gesendeten Fernsehsendungen etwas zu ernst nehmen und ein Problem mit Juden haben, aber um diese Leute geht es gerade nicht. Beim diesjährigen Christopher-Street-Day möchte die Delegation aus Tel Aviv nämlich gerne auf jedwedes Symbol ihres Heimatlandes verzichten. Nicht weil Gefahr von der Straße droht, nein es sind andere Teilnehmer des CSD, bei denen “diese Symbole ‘Feindseligkeiten’ auslösen könnten”. Read the rest of this entry »

In Berlin ist ein Zustand eingetreten, der für den Großteil der deutschen Journaille ein wahres Traumszenario darstellt: Zwei linke Parteien kämpfen um das Amt des Regierenden Bürgermeisters. Nun gab es das bereits zuvor, aber da hieß die andere linke Partei neben der SPD noch Linkspartei und brachte damit den unangenehmen Geruch von Mauer und Stacheldraht ins Spiel. Jetzt sind die anderen die Grünen und damit können die Korken knallen: Gleich zwei Mal die Guten! Arbeiterschweiß für das schuftende Volk, Sonnenblumenduft für die weltrettende Bourgeoisie. Endlich liegen Opposition und Regierung auf der gleichen Linie, endlich gibt es mehr Einendes als Spaltendes.

Spiegel Online legt auch gleich los und findet mit dem Titel “Duell der Schnodderschnauzen” eine so putzige Überschrift zur Konfrontation zwischen Wowereit und Kühnast, dass der Leser auf dem Foto der beiden Protagonisten Plüschöhrchen und -pfötchen zu sehen beginnt. Diese Wahlkampfberichterstattung wird interessant werden, denn der Klassenfeind spielt auf dem hauptstädtischen Politikparkett längst keine Rolle mehr und so sind die Korrespondenten der Qualitätspresse im Prinzip nur von Freunden umgeben. Die SPON-Überschrift bietet den kuscheligen Einstieg in einen gemütlichen Wahlkampf, der für das fortschrittliche Establishment mit einer Wahl zwischen Schnuffel und Knuffel endet. Einfach zauberhaft!

So ein Schloss ist schon was Tolles, dachten sich Anfang der 90er Jahre ein paar Berliner und begannen mit der Lobbyarbeit, an deren Ende einmal ein wieder errichtetes Stadtschloss in der Hauptstadt stehen sollte. Die Finanzierung war Nebensache, erstmal sollte die Politik auf Linie gebracht werden, was irgendwann auch klappte. Der Bundestag bewilligte schließlich eine knappe halbe Milliarde Euro fremdes Geld (Steuerzahler + deren Nachkommen). Die dekorativen Elemente sollten ein Verein und eine Stiftung mit Spendengeldern bezahlen. Leider kamen von den benötigten 80 Millionen nur ein Achtzigstel zusammen und so stehen die Berliner, ihre Abgeordneten und besagter Verein vor einem wunderbar passenden Denkmal der Berliner Republik: einem echten Millionengrab.

Die Bauarbeiten gehen derweil weiter. Ein Gebäude, das nur annähernd an ein Schloss erinnert, sollten sich die Berliner für die nähere Zukunft aber schon einmal abschminken. Es sei denn, die Politik findet einen schlüssigen Weg, den Bürgern weitere Geldverschwendung für ein nutzloses Prestigeobjekt zu verkaufen. Aber darin ist sie ja nicht schlecht.

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