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Die charakterlosen Reaktionen deutscher Links-“Intellektueller“ auf das Massaker von 9/11 sind bereits an anderer Stelle ausführlich gewürdigt worden. Der Kontrast zu Jon Stewarts nachdenklicher und bewegender Ansprache in seiner ersten Sendung nach der Katastrophe könnte nicht größer sein. Ein amerikanischer Fernsehkomiker hat mehr Niveau hat als die gesamte deutsche Geisteselite. Woran liegt das? Stewart, der linke Kabarettist, weiß, dass es ein Privileg ist täglich zur besten Sendezeit über die politische Führung spotten zu dürfen. Dafür liebt er die USA und er wird dieses Privileg in den folgenden Jahren nutzen, um die Politik George W. Bushs zu kritisieren. Das ist der Unterschied zwischen den amerikanischen „Liberals“, die sich voller Stolz zum „American Way of Life“ bekennen, und somit zu den Werten, die der westlichen Zivilisation zugrunde liegen, und den deutschen Linken, die noch jedem Diktator und Terroristen hinterher laufen, so lange er nur „den Westen“ zu seinem Feind erklärt. Niemand legt beredteres Zeugnis vom Scheitern der geistigen Entnazifizierung Deutschlands ab als die antiimperialistische Linke. Auch das wurde am 11. September 2001 überdeutlich.

Ich streite mich lieber leidenschaftlich mit Volid, einem Vertreter der Palästinenser in Berlin oder mit Conchita von einer Initiative gegen Rassismus über den Nahostkonflikt als mich der Kälte deutscher Antiimperialisten auszusetzen. Diese weisen uns Angehörigen einer Minderheit in Deutschland einen Platz weiter oben beziehungsweise unten auf der Prioritätenliste der Menschenrechte zu – wie einst ihre Großeltern, als die sich noch Herrenmenschen nannten.

Anetta Kahane redet in der Berliner Zeitung Klartext.

Wer hätte gedacht, dass sich ein Augenzwinkern so schnell in einen erhobenen Zeigefinger verwandeln kann: Samanthas Revolte gegen Verhüllungszwang und Sexverbot ist stumpfester Kulturchauvinismus. Die selbstironische Distanz, mit der die “SATC”-Frauen ihre kapitalistische Zurichtung zu Konsumpuppen betrieben, ihre coolen Gesten des gespaltenen Bewusstseins, das zwischen Feminismus und Zynismus vermitteln konnte, sie sind plumper Agitation gewichen. Die entrüsteten Muslime, die schwitzende Riesendekolletees bei Tisch als Affront empfinden, werden als Knallchargen der Reaktion gezeigt – dabei sind sie nur sittsam und kultiviert.

Diesen emotionalen Ausbruch erlitt SPON-Redakteur Daniel Hass bei der Besprechung von „Sex and the City 2“. Den Kommentaren unter dem Artikel nach zu urteilen ist er mit seinem Entsetzen über westliche Schlampen, die sittsame Araber mit kulturchauvinistschen Dekolletees terrorisieren, nicht alleine. In solchen Momenten wird mir bewusst, wie viele total verklemmte und zutiefst sexistische Linksspießer ich in meinem Leben schon kennengelernt habe. Woran kann das liegen? Read the rest of this entry »

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