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Die große Überraschung war vielleicht vier Zentimeter lang, ziemlich braun, von fester Konsistenz und rutschte ohne Vorwarnung einfach so in die Kloschüssel.
Es ist schon erstaunlich, was man den linksbürgerlichen Lesern bei ZEIT online unter der Rubrik „Lebensart“ anbietet.
Vor ein paar Tagen hat der deutsche Qualitätsjournalismus Dank einer Website namens „Lobbyplag“ herausgefunden, dass die Brüsseler Eurokraten ihre Gesetze gerne bei Interessengruppen abschreiben. Schockschwerenot oder wie wir Liberalen sagen: Ja was denn sonst?
Claudia Roth kämpft unerschrocken gegen Sexismus in seinen perfidesten Formen, zum Beispiel Dirndlkomplimente.
Deswegen geht ihr High-Five mit dem Massenmörder Ali Rheza Sheikh Attar, der einen Staat repräsentiert in dem Frauen entrechtet und Homosexuelle hingerichtet werden, schon in Ordnung. So sieht das wohl auch Reinhard Büttikofer der erleichtert feststellt, dass die Claudi ja wenigstens nicht Benjamin Netanjahu umarmt hat. Also alles nur halb so wild.
Meine wachsende Verwunderung über die aktuelle Sexismus-Debatte zwingt mich nun doch zu ein paar Worten. Entkommen kann man dem Thema ja auch schlecht. Bei Twitter schreien zehntausende Frauen auf, Leitmedien veröffentlichen Tipps für die angemessene Kontaktanbahnung und auf SPON wird der berufliche Alltag zum „sexuellen Jagdrevier“ gewissenloser Wüstlinge erklärt. Die Aufschrei-Aktivistin Wizorek verortet einen signifikanten Teil des starken Geschlechts irgendwo zwischen Tarzan und King Kong und findet wir Frauen sollten uns mit diesen Halbaffen nicht „zurück auf die Bäume“ begeben. Hobby-Anthropologin Hatice Akyün erklärt uns im Tagesspiegel, dass beim männlichen homo sapiens neanderthalensis „die drei Urtriebe des Mannes, Jagen, Sammeln und Fortpflanzen, sich als Relikte der Steinzeit nicht weiterentwickelt haben“.
Ich komme momentan aus beruflichen Gründen zu wenig zum bloggen, doch zum Glück hat Daniel Fallenstein die passenden Worte zur Causa #Aufschrei gefunden.
Aber den Frauen, die gejagt, vergewaltigt, aufgeschlitzt oder erschossen werden, folgt keine akademisch gebildete Elite auf Twitter. Die schwatzenden Klassen interessieren sich mit Vorliebe für ihresgleichen. Wer sich erdreistet nach den Milieus der brutalsten Täter zu fragen, gilt schnell als Rassist, gar als »Herrenreiter«, der vom viel schlimmeren Alltagssexismus der Brüderles ablenken wolle. Die Mitarbeiterin von Terre de Femmes, die mir aus bitterer Erfahrung bestätigte, wo die drängenderen Probleme liegen, wird nach dieser Logik wohl zur Steigbügelhalterin.
Diese narzisstische Selbstbezogenheit führt zu einer bitteren Pointe. Ich interviewte im Rahmen der erwähnten Recherche auch Aylin Korkmaz, deren Ex-Mann ihr Gesicht zerschnitt, beim beinahe erfolgreichen Versuch sie zu ermorden. Sie veröffentlichte fast drei Jahre vor dem #Aufschrei ihr Buch; ausgerechnet mit dem Titel »Ich schrie um mein Leben«. Natürlich erhielt Aylin Korkmaz nicht annähernd die Aufmerksamkeit die heute darauf verwendet wird zu erörtern, wo die Grenze zwischen Flirt und Belästigung liegt.
Liebe deutsche Qualitätsfeministinnen, wo wart ihr, als vor ein paar Wochen drei Vergewaltiger in Berlin mit Bewährungsstrafen davon kamen? Und jetzt wollt ihr uns erzählen, die Zoten angetüdelter Politopas wären kein Luxusproblem einiger Karrierejournalistinnen, sondern der “wahre Sexismus”? Ihr könnt mich mal, aber so was von.
Willi Winkler ist einer dieser harmlosen Altlinken, die in den deutschen Feuilletons seit Jahr und Tag ihren immer gleichen Senf abgegeben. Ein bisschen die RAF beschönigen, die USA kritisieren und auf den Kapitalismus schimpfen – you name it. Das ist ausgesprochen vorhersehbar und dementsprechend langweilig. Sein Artikel über Pola Kinskis Buch „Kindermund“ hat es allerdings in sich. Read the rest of this entry »
Ultraorthodoxe Soldaten retten bei Nablus drei Palästinenser aus einem reißenden Fluss. Mit von der Partie ist auch ein couragierter palästinensischer Bauer.
Jeder Deutsche isst in seinem Leben knapp 1000 Tiere, das haben der Vegetarierbund und die Böll-Stiftung herausgefunden. Dazu kann man stehen wie man will, was diese Meldung ganz oben auf der Startseite von ZEIT-Online zu suchen hat erschließt sich mir eher nicht. Es gibt wirklich wichtigere Nachrichten auf der Welt, obwohl der Furor, mit dem dieser Artikel gegen den “Fleischwahn” anschreibt, anderes vermuten lässt. Auch wenn bei der Verfasserin Marlies Uken kein Fleisch in den Kochtopf kommt, ihre Emotionen kochen allemal. Read the rest of this entry »
Die deutschen Qualitätsjournalisten lassen uns keine Atempause. Kaum sind die ersten Stunden des neuen Jahres rum, schon darf man sich über die Propagandafunktionäre von der Deutschen Welle ärgern, die uns zum Jahreswechsel mit einem Artikel zur japanischen Atompolitik beglücken. Dass bei diesem Thema Schlimmes droht ist klar, aber die DW treibt es selbst für Staatsfunkverhältnisse ziemlich doll:
Durch das verheerende Erdbeben und den anschließenden Tsunami war das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im Nordosten Japan schwer beschädigt worden. In drei Kraftwerksblöcken kam es zur Kernschmelze, tausende Menschen starben. Es war die schwerste Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl 1986.
Same procedure as every year, zumindest was ökoideologische Agitprop angeht.
Am Anfang steht ein Cowgirl im Schnee und ätzt gegen Amerika. So beginnt auf 3Sat ein „Bericht“ über die Philosophin Ayn Rand. Was dann folgt ist eine krude Mischung aus unverhohlenem Hass, unbeholfener Propaganda und ganz viel Ahnungslosigkeit.
Vor ein paar Tagen war auf SPON ein verwirrtes Pamphlet „für mehr öffentliche Empörung“ zu lesen. Claudia Langer, ihres Zeichens Nutznießerin des öko-industriellen Komplexes, beklagte darin alles, was es zu beklagen gibt und noch viel mehr: Klimawandel, Schuldenkrise, Nazis, Hungersnöte – mit einem Wort die üblichen Verdächtigen. Read the rest of this entry »
Vom Sturmgeschütz der politischen Korrektheit, das sich neulich noch über den Rassismus in Stefan Raabs Politshow ausweinte, hätte man etwas mehr Feingefühl erwarten können!

Heute verlinkte jemand auf Facebook diesen Beschluss vom letzten Bundeskongress der Grünen Jugend, der sich mit den unterschätzten Gefahren einer weltweit beliebten neumodischen Spielerei befasst: Mit Facebook. Read the rest of this entry »
Wann: 18. November 2012, 13.00 Uhr Wo: Joachimstaler Platz (beim Ku-Damm), Berlin Charlottenburg. Aufrufende Organisationen: Mideast Freedom Forum Berlin, Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin und Potsdam, Honestly Concerned, ILI – I like Israel, Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus, Scholars for Peace in the Middle East und andere.
Der öffentlich-rechtliche Zwangsgebührenfunk klärt die Kinder unseres Landes über die anstehenden Wahlen in den USA auf (Via Zettel):
Ich hab gehört, es ist bald Wahl in den USA. (…) Der jetzige Präsident Obama tritt nochmal an, gegen so einen ganz reichen Typen namens Mitt Romney.





