Wenn die Dänen auf der Autobahn mal eine Grenzkontrolle einrichten, schreien alle im Takt “Schengen, Schengen, Schengen” und befürchten ein Ende der Freizügigkeit. Gleichzeitig läuft auf Kabel1 Stasi TV und zeigt Zöllner die im Hinterland des Bodensees ein Rentnerpaar aufgreifen, das ein wenig Schwarzgeld aus der Schweiz geholt haben. Die Alten haben einen schweren Fehler gemacht. Statt die 20.000 Euro zu gleichen Teilen in sein Portemonnaie und ihre Handtasche zu stecken, hat Vatern den Briefumschlag mit dem ganzen Geld im Jackett. Der Zöllner jubiliert, 10.000 pro Nase wären nicht zu deklarieren gewesen. So setzt es eine feiste Strafe. Nun wollen die Finanzminister auch noch automatisch informiert werden, wenn ihre Steuerzahler auf einem Auslandskonto Geld verdienen. Das ist die Vorstufe zur Kapitalverkehrskontrolle. 

Dabei gibt es für diese Stasimethoden gar keinen Grund. 35% Quellensteuer auf alle anstehenden Gewinne führen etwa die Österreicher, denen ihr Bankgeheimnis heilig ist, pauschal von den Kapitalerträgen ab.  Das dürfte mehr sein als der Grenzsteuersatz der Betroffenen ausmachen dürfte. Denn Kapitalerträge werden hierzulande niedriger besteuert als reguläres Einkommen.

Dem Staat geht es um ganz anderes. Er will nicht nur Zinsen auf die Steuern sondern ran an  den Speck. Vermögenssteuer, ick hör Dir trapsen. In diesen Tenor passt auch das Fabulieren gegen die Steueroasen. Wo man eine austrocknet, um die Wüste auszubreiten, wird andernorts eine neue entstehen. Treuhandlösungen, Stiftungskonstrukte und und und lassen sich schließlich nicht nur in Urugay, Panama oder andernorts schmieden. Wenn man reich genug ist. Für alle anderen gilt:

Der Staat will nur Ihr bestes: Ihr Geld.

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