Diese Warnung springt mich seit einigen Tagen von vielen Plakatwänden an. Es ist wirklich schlimm und kaum zu glauben, aber: es geht uns besser, als wir denken. Nun könnte man natürlich fragen, wie gut es einem Menschen gehen kann, der davon überzeugt ist, daß es ihm schlecht geht. Aber wir wollen nicht kleinlich sein. Gemeint ist wohl, daß es bei verständiger Betrachtung der Realität viel weniger Anlaß zum Jammern gibt, als das Gutmenschenklischee es gerne hätte.

Was die gemeine Durchschnittsbürgerin als frohe Botschaft klassifiziert, das lehrt die Leserinnen und Leser der ZEIT das Fürchten. Denn wo vieles gut ist, muß gar nicht mehr so viel verbessert werden. Und ob und wo Verbesserungen gewünscht werden, das können die Menschen individuell und frei entscheiden. Damit liegt das Problem klar zutage: ohne elende Zustände keine Zwangsbeglückung. Oder zumindest erhöhte Schwierigkeiten bei ihrer Begründung.

In der Konsequenz heißt das: weniger Jobs für hauptberufliche Weltverbessererinnen und –verbesserer. Manche von ihnen werden in Zukunft wohl auf das ZEIT-Abo verzichten müssen. Und auch die transferfinanzierten Institutionen, die dieses Blatt bislang abonnierten, werden merklich weniger werden. Schlechte Aussichten also für die ZEIT. Entweder muß sie alsbald ihre Ausrichtung überprüfen oder sich mit dem Bankrott auseinandersetzen. Ob das auch unter die Rubrik gute Nachrichten fällt?

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