Wenn er nicht abschreibt, schreibt er Klartext. Karl-Theodor von Guttenberg fordert gemeinsam mit dem Chef des Washingtoner Büros der “CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung” im Wall Street Journal, dass sich die Bundesregierung und die Bundeswehr konkret darauf vorbereitet, Israel bei einem Luftangriff auf den Iran zu unterstützen. Wo hat er das nur her? Recht hat er. Denn wenn Machmut und Konsorten die Bombe auspacken, ist es zu spät. Und bei der Unterstützung Israels ist es anders als bei der permanenten EURO-Rettung nicht mal mit Zinsen-Senken oder Geld drucken getan. Das meint auch Gutti:

“Es ist besser, jetzt mit dem Planen anzufangen als später hektische Entscheidungen zu treffen, wenn die Krise ausgebrochen ist.”

Aber das würde so etwas wie Übersicht, strategisches Denken, Prinzipienfestigkeit  und intellektuelle Auffassungsgabe von unserer politischen Klasse erfordern. Und die ist leider Mangelware. Nach einem notwendigen Luftschlag gegen die Mullahs von Teheran sehe ich den “sowohl als auch” Westerwelle im Auswärtigen Amt vor die Kameras treten: Krieg – so wird er sagen – sei auch keine Lösung. Und wenig später schaltet der Nachrichtenkanal zu Mutti ins Kanzleramt. Die wird wortreich die Solidarität mit Israel verkünden und von Staatsräson schwafeln. Einen Finger krümmen – schon gar nicht am Abzug – wird keine deutsche Hand. Das ahnen auch die Autoren:

“Die Unterstützung der Deutschen für den jüdischen Staat sind durch die demografischen Veränderungen, den Generationenwechsel und die kontraproduktiven israelischen Siedlungsvorschläge gefährdet.” Die Autoren schließen mit mahnenden Worten: “Viel steht auf dem Spiel. Deutschland kann es sich nicht leisten, auf der falschen Seite der Geschichte zu stehen.”

Wird es aber.

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