Gegen die profitorientierte Armutsindustrie ist kein Kraut gewachsen. Sie beschäftigt eine Armada von Pressesprechern und behauptet sich erfolgreich als vermeintliche Inkarnation der Mitmenschlichkeit. Dabei steht der Herr Schneider vom Paritätischem Wohlfahrtsverband in nichts vom Herrn Kaiser von der Hamburg-Mannheimer. Er ist ein schnöder Handelsvertreter im Namen seiner milliardenschwerer Organisation.

Diesmal ist es wieder der “Armutsbericht” der Bundesregierung. Der listet nicht die Millionen von Bedürftigen auf, die in leeren Fässern vor den Arbeitsämtern Feuer machen, um sich in der vor sozialer Kälte strotzenden Welt wenigstens mit dem Papier ihrer abgelehnten Anträge für ein paar Minuten warme Finger zu machen.

Das Wirtschaftsministerium hatte in der Ressortabstimmung gegen ein paar Formulierungen des Arbeits- und Sozialministeriums von Mutti Uschi von der Leyen opponiert, mit denen diese im Hinblick auf die Verelendung der Gesellschaft endlich  noch ein paar Steuererhöhungen durchsetzen wollte. Dabei spricht vieles gegen den ganzen Ansatz des Berichts.

40 Prozent der unteren Einkommen gehen alleine für die Sozialversicherungen drauf. Die stellen ein Versprechen der Gemeinschaft im Falle von Krankheit oder Alter gegenüber dem Beitragszahler aus. Deshalb kann der kein oder nur ein geringes Vermögen bilden. Dass der Staat sein Voll-Kasko-Versprechen nicht halten kann, merken die meisten erst, wenn die Pfleger im Altenheim für sie die Briefwahlzettel ausfüllen. Im Sinne der Versorger.

Dabei sind die Einwände gegen den Entwurf, die es in die Tagesschau nicht mal neu. Die gleichen Argumente hat die gleich Süddeutsche Zeitung übrigens schon vor Monaten mit den gleichen Protagonisten mit dem Hinblick auf den frisch aus Mutti Uschis Reich lancierten “Entwurf” abgefeiert. Und nun schafft sie es wieder in die Tagesschau.

Das spricht nicht für die Halbwertzeit der Gedächtnisleistung der Journaille. Oder sie macht sich der Kumpanei und Propaganda schuldig.

 

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